Während des Öffnens gab es keine spürbaren Erdbeben und nur sehr wenige und sehr schwache Mikrobeben, wie es in einer Mitteilung des Gesundheitsdepartements Basel-Stadt und der Industriellen Werke Basel (IWB) vom Mittwoch heisst. Das stärkste seit Herbst 2016 festgestellte Beben habe eine Magnitude von 1,9 erreicht.

Das Bohrloch in Kleinhüningen ist seit Mitte Juli wöchentlich kurzzeitig geöffnet worden, um Druck abzulassen. Der Wasser- und Gasaustritt sei bezüglich Menge und Zusammensetzung wie erwartet gewesen. Der Prozess dauerte indes länger als zunächst angenommen. Wie Anfang Oktober bekannt wurde, war zwischen dem Öffnen ein teilweiser Wiederanstieg des Drucks registriert worden.

Um einen erneuten Druckaufbau zu verhindern, wird das Bohrloch nun offengelassen, wie es weiter heisst. Als Nächstes werde ein Konzept zur langfristigen Sicherung des Bohrlochs erstellt. Basis dafür seien die Erkenntnisse der Öffnungsphase.

Erste Öffnung des Basler Geothermie-Bohrlochs

Erste Öffnung des Basler Geothermie-Bohrlochs im Juli 2017

    

Spürbares Erdbeben weiter möglich

Das Öffnen des Bohrlochs war Ende März vom Gesundheitsdepartement Basel-Stadt verfügt worden. Grund war eine Zunahme noch nicht spürbarer Mikrobeben - dies durch den Anstieg des Drucks unter dem Deckel des geschlossenen Geothermie-Bohrlochs.

Mit dem nun beendeten Druckabbau wollen die Verantwortlichen die Wahrscheinlichkeit eines spürbaren Bebens verringern. Die Experten schliessen jedoch nicht aus, dass in den nächsten Jahren ein für die Bevölkerung spürbares Erdbeben auftreten kann. Nach derzeitiger Einschätzung bleibe ein Schadensbeben jedoch "unwahrscheinlich".

Das Bohrloch war im Rahmen eines Basler Geothermie-Versuches erstellt worden. Die Bohrung begann 2006 nach mehrjährigen Vorbereitungen. Das "Deep Heat Mining"-Projekt wollte Kaltwasser im Tiefengestein aufheizen und die Wärme oben nutzen, wozu vorab der Fels unten mittels Wasserdruck durchlässig gemacht werden sollte.

Dieses "Klüften" genannte Verfahren löste jedoch Erdstösse aus. Am 8. Dezember 2006 erschütterte ein deutlich spürbares Erdbeben der Stärke 3,4 die Region, welches das Ende des 100-Millionen-Projektes bedeutete. Seit 2012 überwacht der Schweizerische Erdbebendienst die Lokalität im Auftrag des Stadtkantons.