Der neue französische Umweltminister Nicolas Hulot will an der Schliessung des elsässischen Atomkraftwerks Fessenheim festhalten. Gleichzeitig erklärte er, dass dies in Absprache mit den Betroffenen geschehen müsse. Insbesondere im Elsass ist der Widerstand gegen das Aus für Fessenheim gross. So haben die Gemeinde Fessenheim und neu auch zwei Gewerkschaften gegen den Erlass zur Schliessung der ehemaligen Umweltministerin Ségolène Royal beim französischen Staatsrat geklagt.

Der neue Umweltminister Hulot betonte ausserdem, dass die Regierung an dem Gesetz festhalten wolle, das den Anteil der Atomenergie in Frankreich auf 50 Prozent reduziert. Die Schliessung von Fessenheim ist deshalb an die für 2019 vorgesehene Inbetriebnahme des Europäischen Druckwasserreaktors EPR gekoppelt, der im nordfranzösischen Flamanville gebaut wird.

Laut der Zeitung «L'Alsace» ist der französische Präsident Emmanuel Macron für die Schliessung von Fessenheim, ohne diese allerdings überstürzen zu wollen. Die baden-württembergische Landesregierung und auch die deutsche Bundesregierung versuchen, Macron zu bewegen, das AKW gleich jetzt abzuschalten. Sie argumentieren mit gravierenden Sicherheitsmängeln des Atomkraftwerks. (psc)