Bahnhof Basel
Der Elsässer Bahnhof wird 2016 endlich saniert

Die Umgestaltung und Sanierung des Elsässer Bahnhofs ist seit vielen Jahren im Gespräch, ohne dass es konkret voran ging – nun aber tut sich etwas. Laut der SBB soll die Baubewilligung in zwei Wochen vorliegen. Baubeginn wäre dann im April 2016.

Peter Schenk
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Blick auf einen Teil des Elsässer Bahnhofs (links). Rechts davon soll die unterirdische Querung vom Gundeli wieder ans Tageslicht kommen.

Blick auf einen Teil des Elsässer Bahnhofs (links). Rechts davon soll die unterirdische Querung vom Gundeli wieder ans Tageslicht kommen.

Nicole Nars-Zimmer niz

Der Westflügel des Basler Bahnhofs SBB ist derzeit zum Teil eine ungemütliche Brache. Ihren Schalter haben die SNCF schon lange geschlossen und neuerdings sind neben dem französischen Billettautomaten oft nicht einmal mal mehr Zugfahrpläne für die Verbindungen ins Elsass vorhanden. Dabei ist der denkmalgeschützte Elsässer Bahnhof ein Bijou und auch Alexander Muhm, Leiter Development SBB Immobilien, schwärmt von den «Schätzen», die dort zu finden seien.

«Wir werden sanieren und umplanen und auch die alten Wartesäle instand setzen. Derzeit ist auch das Obergeschoss nicht genutzt», sagt Muhm. Die Räume für den Schweizer und den französischen Zoll werden erneuert und die Migros zieht, um 30 Prozent vergrössert, ins Untergeschoss. Des Weiteren wird Platz für Detailhandel entstehen. Muhm geht davon aus, dass der Umbau 2020/2021 fertig sein wird.

Vorwärts geht es auch mit der unterirdischen Querung, die parallel zur Passerelle das Gundeli vom Meret Oppenheim Platz mit dem Durchgang beim Elsässer Tor und dem Westflügel des Basler Bahnhofs SBB verbinden soll. Damit soll die zeitweise hoffnungslos überfüllte Passerelle entlastet werden. Die Objektstudie ist abgeschlossen. 2016 folgt als nächster Schritt das Vorprojekt.

Das Vorhaben ist nicht unumstritten. So bemängelte der Neutrale Quartierverein Gundeldingen insbesondere den Ausgang beim Meret Oppenheim Platz als zu eng und befürchtet, er könne zu einem Sackbahnhof werden.

Urs-Martin Koch, Manager SBB Infrastruktur, beruhigt gegenüber der bz: ««Die Gestaltung ist noch offen, aber meiner Ansicht nach ist eine Breite von acht Metern für den Ein- und Ausgang auf der Gundeldinger Seite ganz gut. Wir haben andere Auf- und Abgänge im Bahnhof, die damit gut funktionieren. Eine Breite von 20 Metern wäre in jedem Fall überrissen.»

Die Finanzierung der Querung ist noch nicht geregelt, aber Koch geht von Gesamtkosten in Höhe von 310 Millionen Franken aus. Davon entfallen alleine 100 Millionen Franken auf die Anpassung der Gleisanlage zur Erschliessung der Perrons. «Im Rahmen dieser Erschliessung müssen wir die Querung zugänglich machen und brauchen dafür Platz auf den Perrons. Die Güterzuglinie der SNCF, auf der Gundeldinger Seite, wird beidseitig Perrons erhalten. Das Gleis 13 fällt weg. Es wird nur noch Geleise mit Perronkanten geben», erläutert Koch.

Nur wenige gehen ins Gundeli

In Bezug auf die Kritik aus dem Gundeldinger Quartier verweist Koch darauf, dass nur 10 bis 15 Prozent der Reisenden den Bahnhof Richtung Gundeli verlassen, die übrigen 85 Prozent gingen Richtung Centralbahnplatz und Zentrum. Die neue Querung ist auch deshalb notwendig, da mit dem Ausbau der Regio-S-Bahn und dem Viertelstundentakt Liestal – Basel ab 2015 weitere Fahrgäste auf den Bahnhof SBB zukommen – vom Herzstück Regio-S-Bahn, das Badischen Bahnhof und Bahnhof SBB ab 2030 unterirdisch durch das Basler Zentrum miteinander verbinden soll, ist da noch gar nicht die Rede.

Mehr Lebendigkeit für Einfahrt

Ändern soll sich auch etwas bei der Hochstrasse und dem Gleisfeld Süd, also der Einfahrt von Osten in den Bahnhof SBB. So haben Architekturbüros wie Herzog & de Meuron, Morger + Partner und Buchner Bründler Machbarkeitsstudien dazu erstellt.

Im Rahmen einer Veranstaltung zu Hochhäusern im Architekturmuseum Ende Oktober stellte Meinrad Morger den Stand der Überlegungen seines Büros vor. Als städtebaulich problematisch erweise sich der Reiterbau der Post. »Sie muss nach 50 Jahren saniert werden, aber ein Rückbau ist praktisch unbezahlbar», betonte er. Morger schlägt deshalb zur Ergänzung der Post vier Hochhäuser vor.

Allgemein sei die Achse städtebaulich unterentwickelt. Meinrad Morger schwebt ein Cluster mit Hinterhöfen und Durchgängen wie die Hackeschen Höfe in Berlin vor. «Die urbane Durchmischung wäre so Garant für mehr Lebendigkeit.»

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