Flughafen

Der Euro-Airport will expandieren - und 500 Millionen investieren

In den kommenden Jahren wird das Flughafengebäude ausgebaut. Wie, das will der Verwaltungsrat des Euro-Airports in diesem Jahr entscheiden.

In den kommenden Jahren wird das Flughafengebäude ausgebaut. Wie, das will der Verwaltungsrat des Euro-Airports in diesem Jahr entscheiden.

Im vergangenen Jahr zählte der Euro-Airport rund 7 Millionen Passagiere, so viele wie noch nie. Nun ist eine Gebäudeerweiterung geplant, die 500 Millionen kosten könnte. Der Bahnanschluss wurde abermals verschoben – auf 2021/22.

Wachstum ja, aber wie viel? Und welches? Und wo? – Das sind die Fragen, die der Verwaltungsrat des Euro-Airports in diesem Jahr zumindest in Grundzügen beantworten will, wie Vizepräsident Andreas Büttiker und Matthias Suhr, der neue Chef des Flughafens, an der Jahresmedienkonferenz darlegten.

An die Kapazitätsgrenze

Seit dem letzten Einbruch vor zwölf Jahren hat sich die Passagierzahl mehr als verdoppelt; der Verkehr ist also in bestehende Kapazitäten hineingewachsen, bis vor ein paar Jahren die Ankunft- und Abflugshallen erweitert wurden. Im Fokus stehe das Hauptgebäude, welches zu Spitzenzeiten an die Kapazitätsgrenzen stosse.

Die derzeitige Gebäudeinfrastruktur sei auf acht bis neun Millionen Passagiere ausgelegt. Im vergangenen Jahr wurden 7,1 Millionen Passagiere gezählt, Rekord. Hingegen könne das Pistensystem noch einiges an Wachstum verkraften. Und wie gross wird dieses Wachstum sein? Suhr: «In diesem Jahr rechnen wir nochmals mit einem ähnlichen Wachstum wie 2015.» Dies, obwohl erst wenig neue Destinationen (wie etwa Pisa) angekündet wurden. Denkbar sei, dass Fluggesellschaften auch Frequenzen auf bestehenden Zielorten erhöhten.

Längerfristig orientiere sich der Euro-Airport an den Wachstumsprognosen des Internationalen Luftverkehrs, der von einem Wachstum von drei bis fünf Prozent ausgeht. Das Wachstum auf dem Euro-Airport dürfte noch etwas höher sein, weil noch immer ein gewisser Nachholbedarf bestehe. «Wir wollen auch kein Wachstum um jeden Preis», fügt Büttiker an. Trotz Low-Cost-Carriern wolle man auf dem Euro-Airport ein gutes Produkt anbieten. Beim Investitionsplan rede man von mehreren hundert Millionen, 500 Millionen seien denkbar, so Büttiker.

Bahn: Nochmals verschoben ...

Im Sommer werden regelmässig die Parkplätze knapp; ein neues Parkhaus mit 2500 Parkplätzen, eine Investition von 25 Millionen Euro, soll 2017 bezugsbereit sein. Es werde noch weitere brauchen.

Die Terminierung des Bahnschlusses wurde abermals hinausgeschoben – auf 2021/2022. Immerhin sei 2015 ein Planungskredit bewilligt worden. «Der Termin ist eigentlich nicht so wichtig», meint Büttiker. «Wichtig ist, dass das Thema in Bewegung bleibt.»

Ein weiteres Dossier ist ein Dauerbrenner: Der Streit um die Unternehmensbesteuerung im Schweizer Sektor. Colmar und Basel habe die Vorarbeiten gemacht, die Dossiers lägen jetzt in Paris, sagt Büttiker. Das Thema sei ausserordentlich komplex. Die Diskussionen um die Mehrwertsteuer, der Taxe für die Flugverkehrskontrolle des französischen Luftamtes DGAC sowie die Besteuerung des Flughafens seien einvernehmlich beendet worden. In Frankreich musste ein Gesetz durch den Conseil National geändert werden.

Frankreich will sein einiger Zeit, dass Firmen auf dem Schweizer Sektor nach französischem Recht besteuert werden. Dieser rechtliche «Schwebezustand» hat offenbar einige Firmen gehindert, in das zu 70 Prozent leerstehende Swiss-Gebäude (vormals: Crossair) einzuziehen. Und Easyjet verzichtet deshalb, in Basel weitere Flugzeuge zu stationieren, bis auch dieses Problem gelöst ist.

«Klumpenrisiko» Easyjet

Easyjet hat jetzt einen Marktanteil von 57 Prozent. Ein Klumpenrisiko? Büttiker: «Praktisch Jeder Flughafen hat eine Hauptfluggesellschaft. Lieber dieses Risiko haben als kein Risiko und keinen Verkehr.»

Die Fracht legte nur drei Prozent zu. Die budgetierte Steigerung um 19 Prozent wurde damit deutlich verfehlt. Der Grund: Die camionierte Fracht hat abgenommen.

Eine markante Zunahme um 86 Prozent auf 10 918 Tonnen konnte der binationale Flughafen dagegen bei der Vollfracht verzeichnen. Zu verdanken ist diese Steigerung der neuen 40-Millionen-Frachtanlage, die der EAP vor Jahresfrist in Betrieb genommen hatte. Auch die Industriebetriebe wachsen. Amac Aerospace eröffnete kürzlich den vierten Hangar für Grossflugzeuge.

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