Sicherheit
Der FC Basel fährt dasselbe Car-Modell wie der BVB – aus gutem Grund ohne Panzerglas

Die Mannschaft des FC Basel reist wie der BVB mit einem Bus der Firma MAN. Wie der Bus der Deutschen ist der «Bebbi-Bus» nicht mit Panzerglas versehen. Der Verzicht ist bewusst.

Céline Feller
Drucken
Teilen
Der FC Basel ist im «Bebbi-Bus» unterwegs. 2015 wurde er auf dem Rhein getauft. (Archiv)

Der FC Basel ist im «Bebbi-Bus» unterwegs. 2015 wurde er auf dem Rhein getauft. (Archiv)

Keystone

Reist der FC Basel von A nach B, dann tut er dies normalerweise mit seinem auf den Namen Bebbi-Bus getauften Car. Einem Bus des Münchner Maschinenbaukonzerns MAN, der exakt jenem Modell entspricht, den auch Borussia Dortmund fährt. Oder Bayern München. Oder der FC Augsburg.

«Technisch gesehen sind all diese Cars gleich. Sprich der Komfort, die Sicherheitssysteme sowie andere Systeme sind identisch», erklärt Martin Jenzer, Leiter Operation bei der Firma Settelen AG. Dem Car-Unternehmen gehört der Bebbi-Bus, auf den der FCB lediglich ein Vorrecht auf die Benutzung hat. Braucht ihn der FCB nicht, kann der Bus für normale Fahrten gechartert werden.

Dass so Personen gefährliche Gegenstände im Car platzieren könnten, war bislang kein Thema, weil «bis zum Dienstag niemandem in den Sinn gekommen war, dass so etwas möglich ist. Und dafür müsste der Car je nach dem nicht einmal gemietet werden», sagt Jenzer.

Am Mittwoch, 11. April 2017, kommt es zu einem Sprengstoff-Anschlag auf den Mannschftsbus von Borussia Dortmund.
17 Bilder
Kurz nach der Abfahrt von Borussia Dortmund vom Hotel zum Stadion sind in der Nähe des Mannschaftsbusses drei Sprengsätze explodiert. Das teilte die Polizei in Dortmund am Dienstagabend mit.
Der Bus wurde nach Vereinsangaben an zwei Stellen beschädigt.
Explosion am Mannschaftsbus von Borussia Dortmund (11.04.17)
Für die Fussballfans im und um das Stadion habe keine Gefahr bestanden, teilte die Polizei mit.
Das Hinspiel gegen Monaco im Viertelfinale der Champions League wurde nach dem Angriff auf den Mannschaftsbus kurzfristig abgesagt.
Das Sicherheitspersonal überprüft die Zuschauerränge.
Ein Anwohner unterhält sich an der Strassensperre mit einem Polizisten.
Dortmunder Polizeipräsident Gregor Lange informiert am Dienstagabend die Medien.
Eine Anzeigetafel im Stadion informiert die Fussball-Fans über den Vorfall.
Die geborstenen Scheiben am BVB-Mannschaftsbus.
Die geborstenen Scheiben am BVB-Mannschaftsbus.
Einsatzkräfte der Polizei bei ihren Ermittlungen nach den Explosionen.
Wurde beim Anschlag auf den Mannschaftsbus verletzt: Verteidiger Marc Bartra, hier nach seiner Operation am rechten Arm.
Solidarität für verletzten Mannschafts-Kameraden: Goalie Roman Bürki wärmt sich im Bartra-Trikot auf
«Wir hätten uns mehr Zeit gewünscht»: BVB-Trainer Tuchel kritisiert die Neuansetzung des Spiels nach dem Anschlag.
Die tapferen Dortmunder werden nicht belohnt: Monaco gewinnt die Partie nach dem Anschlag auf den BVB-Mannschaftsbus mit 2:3 (0:2).

Am Mittwoch, 11. April 2017, kommt es zu einem Sprengstoff-Anschlag auf den Mannschftsbus von Borussia Dortmund.

AP/EPA

Des Weiteren klärt Jenzer auf, dass es ein Irrtum sei, dass die Reisecars von MAN standardmässig mit Panzerglas ausgestattet sind. «Die Seitenscheiben sind ja die Notausgänge, bei denen im Falle eines Ernstfalls die Scheiben einschlagbar sein müssen. Das wäre bei Panzerglas nicht möglich, und daher ist es kein Thema.»

Vielmehr sind die MAN-Cars mit Doppelverglasung ausgestattet. «Hinzu kommt, dass es Verbundglas ist, also jenes, welches normale Personenwagen bei der Frontscheibe haben. Das ist aus Sicherheitsgründen nötig, weil es in sehr kleine Teilchen zersplittert und nicht sofort auseinanderfällt.»

Auf einen möglichen Einfluss des Vorfalls in Dortmund auf das Sicherheitsdispositiv rund um den Bebbi-Bus und die nächsten Spiele des FCB wollten sowohl die Polizei als auch der FC Basel nicht vertieft eingehen. Beide Parteien richten aus, dass sie stets Risikoanalysen und Lagebeurteilungen durchführen. «Auf das konkrete Dispositiv möchten wir nicht näher eingehen, da jede Sicherheitsmassnahme an Wirkung verliert, sobald sie im Detail öffentlich gemacht wird», sagt FCB-Sprecherin Andrea Roth.

Aktuelle Nachrichten