Es kann jetzt schnell gehen. Am Freitagabend um 22.30 Uhr kann der Titel vergeben sein. Dann, wenn der Schiedsrichter im Berner Oberland die Partie zwischen Thun und St. Gallen abpfeift. Haben die Ostschweizer nicht gewonnen, dafür heute Abend der FC Basel gegen Lausanne und Sion gegen die Grasshoppers, stünde bereits morgen der neue (und alte) Schweizer Meister fest. Die Chance für die Grasshoppers, dem FC Basel den Titel noch wegzuschnappen, bestünde darin, jede der drei verbleibenden Partien mit annähernd zehn Toren Differenz zu gewinnen. Unrealistisch.

So oder so – der vierte Titel in Serie für Rotblau scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Im Gegensatz zur Konkurrenz aus Zürich hat der FCB am vergangenen Wochenende die Hausaufgaben gegen Servette gemacht (2:0) und sich mit sechs Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze abgesetzt. «In solchen Spielen gewinnt man keinen Schönheitspreis – nur drei Punkte», sagt Murat Yakin. Der Trainer des FC Basel erwartet heute Lausanne mit einem ähnlichen Konzept, wie es am Sonntag die Genfer angewendet haben: den eigenen Strafraum verriegeln und auf Konter lauern. «Wir sind uns dieses Verhalten gewohnt. Unser Ziel muss ein frühes 1:0 sein.»

Drei Gründe für die Aufholjagd

Yakin hat den FC Basel im vergangenen Oktober auf dem vierten Tabellenrang übernommen. Nach dem ersten Spiel in Luzern betrug der Rückstand auf den damaligen Leader GC elf Punkte. «Die Gegner müssen wieder Angst vor dem FCB haben», nannte Yakin eines seiner kurzfristigen Ziele. Was sich damals keiner zu sagen getraute, ist heute selbstverständlich. «Wir schauen nur auf uns. Wenn wir gewinnen, werden wir Meister», spricht Fabian Frei stellvertretend für die ganze Mannschaft. Drei Dinge waren ausschlaggebend für die erfolgreiche Hoppers-Jagd:

1. Das breite Kader: Yakin baut auf einen Stamm von sieben Spielern. Um die restlichen vier Plätze streiten sich neun fast gleichwertige Akteure.

2. Nachrüsten im Winter: Als einziges Team der Super League konnte es sich der FCB leisten, in der Winterpause im grossen Stil einzukaufen. Elneny und Serey Die haben das Team klar verstärkt, Bobadillas Formkurve zeigt nach oben.

3. Kaum Verletzte: Ausser Bobadilla ist kein Profi länger ausgefallen. Resultat: Das gesamte Kader – 26 Spieler – ist fit für den Endspurt im Titelkampf.