FC Basel

Der FC Basel plant für die Ungewissheit – «Gebt euch die Ellbogen»

Wieder von innen sehen werden die FCB-Fans das Joggeli wohl frühestens am 19. März gegen Frankfurt.

Wieder von innen sehen werden die FCB-Fans das Joggeli wohl frühestens am 19. März gegen Frankfurt.

Der Stillstand in der Super League trifft Schweizer Vereine ziemlich hart. Trotzdem bemüht sich der FCB um den courant normal.

Das vom Bundesrat verhängte Verbot für Events mit über 1000 Zuschauern und der damit verbundene Unterbruch des Spielbetriebs in der Super League trifft den FC Basel hart, aufgrund der Zuschauerzahlen wohl noch härter als viele andere Vereine. Es ist mit finanziellen Einbussen in Millionenhöhe zu rechnen. Alleine bei einem Heimspiel ohne Zuschauer geht dem FCB schätzungsweise rund eine Million Franken durch die Lappen. Entsprechend stark wehren sich die Vereine der Super League auch gegen Geisterspiele. Lieber wird die Entwicklung der Verbreitung des Corona-Virus abgewartet in der Hoffnung, bald wieder vor Zuschauern spielen zu können. In einem Communiqué auf der Webseite des Vereins sagte CEO Roland Heri: «Es gibt nichts Schlimmeres, als ein Spiel ohne den Geist der Fans.»
Drohende Geisterspiele sind das Eine, die vorherrschenden Zustände haben aber auch einen Einfluss auf weitere Geschäftsfelder eines Fussballvereins.

Bei Firmenanlässen wird individuell entschieden

So sind beispielsweise auch Veranstaltungen an spielfreien Tagen im St. Jakob Park betroffen.
Regelmässig mieten Firmen Bereiche des Stadions für Veranstaltungen. Man beurteile derzeit im Einzelfall, welche geplanten Veranstaltungen durchgeführt werden können und welche allenfalls nicht, bestätigt FCB-Kommunikationschef Remo Meister gegenüber der bz. Wichtig seien hier die Einhaltung der behördlichen Weisungen und das Verlassen auf den eigenen, gesunden Menschenverstand.
Während die Super League derzeit aussetzen muss und Cupspiele verschoben werden, ist momentan damit zu rechnen, dass die Europa-League-Spiele ausgetragen werden können. Ob mit oder ohne Zuschauer, wird sich in den kommenden Tagen zeigen. Die Uefa hat bisher noch keine Massnahmen ergriffen, Deutschland auch nicht. Zumindest das Hinspiel mit Zuschauern scheint logisch. Das Rückspiel wohl eher nicht, da davon auszugehen ist, dass der Bund das Veranstaltungsverbot verlängert.

Das grosse Streben nach Spielpraxis

Unabhängig davon muss der FCB aber ein anderes Problem bewältigen: Frankfurt wird aus dem normal laufenden Spielbetreib gegen den FCB antreten. Gestern Abend spielte die Eintracht im DFB-Pokal gegen Werder Bremen und am Wochenende in der Bundesliga gegen Bayer Leverkusen, während die Basler irgendwie an Spielpraxis kommen müssen. Remo Meister sagt, der FCB-Spielbetrieb lote derzeit die verschiedenen Möglichkeiten aus, um spielfreie Phasen sinnvoll überbrücken zu können. Eine Idee wären beispielsweise interne Testspiele. Von Fanseite gehen beim FCB die Tage viele Anfragen ein. Klar, jeder FCB-Fan möchte gegen Frankfurt dabei sein. Das Ticketing für das Heimspiel bleibt aber für den Moment noch geschlossen, um ein allfälliges Durcheinander im Nachhinein mit bereits bezogenen Tickets zu vermeiden. «Die allgemeine Situation kann sich im Moment von Tag zu Tag ändern», sagt Meister. Umso schwieriger sei es deshalb, jetzt schon verlässlich zu informieren. «Es ist eine spezielle Situation, machen wir das Beste daraus», legt Roland Heri Fans, Spielern und Staff im Video-Statement ans Herz.

In den Trainingseinheiten versuche man, «trotz Liga-Sparflamme richtig Gas zu geben», so Cheftrainer Marcel Koller, der wie Heri die FCB-Fans auf der Webseite des Vereins anspricht. In der Kabine habe man einige Vorsichtsmassnahmen getroffen, diese würden sich aber nicht von denjenigen in einem normalen Büro unterscheiden: Desinfektionsmittel-Spender, Info-Flyer und Plakate. «Bleibt gesund da draussen und gebt euch die Ellbogen und die Fäuste», sagt Koller mit leicht erkälteter Stimme.

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