Fussball
Der FC Basel spielt ein letztes Mal gegen GC ohne das Hooligan-Konkordat

Am 1. August tritt in Zürich das verschärfte Hooligan-Konkordat in Kraft. Das heisst für die FCB-Fans, dass das Auswärtsspiel gegen GC vom Sonntag das letzte seiner Art sein wird, bevor die strengeren Massnahmen durchgesetzt werden.

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Es ist das letztes Mal, dass sich FCB- und GC- Fans gegenüberstehen, bevor das verschärfte Hooligan-Konkordat in Kraft tritt.

Es ist das letztes Mal, dass sich FCB- und GC- Fans gegenüberstehen, bevor das verschärfte Hooligan-Konkordat in Kraft tritt.

Keystone

Für Mario Fehr ist es wohl zehn Tage zu spät. Der Zürcher Sicherheitsdirektor hatte noch am 9. Juni – dem Abstimmungssonntag, an dem das Zürcher Stimmvolk mit über 85 Prozent Ja-Stimmen dem verschärften Hooligan-Konkordat zustimmte – für eine möglichst rasche Umsetzung eben dieses Konkordats plädiert. Jetzt sei fertig mit «herumeiern», kündigte er in Richtung der Zürcher Fussball- und Eishockeyclubs an.

Dicker Massnahmen-Katalog

Am 1. August tritt das Konkordat über Massnahmen gegen Gewalt anlässlich von Sportveranstaltungen nun in Kraft. Vorher aber gibt es noch das, was gemäss Konkordat in die rote Kategorie und damit in die Kategorie der Hochrisiko-Spiele fällt: Die Zürcher Grasshoppers treffen am Sonntagnachmittag im Letzigrund auf den FC Basel.

Wäre das Hooligan-Konkordat schon in Kraft, könnte ein dicker Katalog von Massnahmen auf die Gästefans aus Basel warten. Intimkontrollen durch die Polizei; ein Alkoholverbot sowohl im als auch um das Stadion; die Anreise in Charterzügen und nur mit Kombiticket für Zug und Gästesektor; eine Identitätskontrolle am Eingang inklusive Abgleich mit der Hooligan-Datenbank «Hoogan» – es sind dies nur einige, der im Konkordat für Hochrisiko-Spiele vorgesehenen Massnahmen.

Hochrisikospiele bereits definiert

Die Sicherheitsdirektion habe sich mit den betroffenen Stadtbehörden auf Eckwerte für die Umsetzung des Konkordats im Kanton Zürich verständigt, sagt Peter Schnider, Stellvertreter des Generalsekretärs der Zürcher Sicherheitsdirektion. Beispielsweise beschränke sich das Alkoholverbot auf die Hochrisiko-Spiele – und die seien bereits definiert.

Meldeauflagen im Vordergrund

Demnach gelten die Derbys der Zürcher Klubs GC und FCZ und die jeweiligen Heimspiele gegen den FC Basel als Spiele der roten Kategorie. «Die Umsetzung des geänderten Konkordats erfolgt pragmatisch, massvoll und gleichzeitig konsequent», sagt Schnider. Im Vordergrund stünden der Einsatz des verschärften Rayonverbots bis drei Jahre statt einem Jahr sowie das vermehrte Aussprechen von Meldeauflagen.

Am Sonntag werden die Zürcher Sicherheitsbehörden trotzdem noch einmal ohne diese Mittel auskommen müssen. Bei der Stadtpolizei Zürich, die am Sonntag für den polizeilichen Einsatz verantwortlich ist, sorgt das nicht für Bauchschmerzen. Das Fazit über die beiden letzten Gastspiele des FC Basel in Zürich fällt positiv aus. Bei beiden Spielen blieb es ruhig, trotz zwei schmerzhaften Niederlagen des FCB im Kampf um die Meisterschaft. «Obwohl die Spiele emotional waren, blieb es ruhig. Das darf auch einmal erwähnt werden», sagt Judith Hödl, Sprecherin der Stadtpolizei.

Einsatz wie im Frühling

In die genaue Einsatztaktik der Zürcher Polizei für diesen Sonntag gibt Hödl keinen Einblick. Sie sagt aber: «Mit den beiden letzten Einsätzen waren wir zufrieden. Wenn es am Sonntag wieder ruhig bleibt, wird der Einsatz in einem ähnlichen Rahmen ablaufen.»

Die verschärften Massnahmen des Konkordats kommen so zum ersten Mal Ende Oktober zum Einsatz, wenn innerhalb von wenigen Tagen die Spiele FCZ gegen den FCB und das Zürcher Derby GC gegen den FCZ im Letzigrund anstehen. (nbo)

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