Oft ist Tomas Vaclik noch nicht verletzungsbedingt ausgefallen, seit er beim FC Basel spielt. Zehn Spiele hat er aufgrund einer Blessur verpasst, 110 hat er mit dem Spiel vom Donnerstag absolviert. Vaclik ist topfit, seine letzte Verletzung datiert von Anfang März 2016. Und trotzdem beschäftigt sich Urs Fischer dieser Tage intensiv mit einem allfälligen Ausfall seiner Nummer 1 im Tor. Vor allem, falls Vaclik ausgerechnet während eines Spiels ausscheiden sollte.

Der Grund für die Gedanken, die sich der Cheftrainer des FCB aktuell macht, ist im Reglement für den Spielbetrieb der Swiss Football League zu finden. Schon auf der ersten Seite des 15 Seiten umfassenden Dokuments ist dort Artikel 3 zu entnehmen, dass «die Klubs der Super League in ihrer 1. Mannschaft höchstens fünf Ausländer gleichzeitig einsetzen dürfen.»

Auch wenn Bürger aus EU-Staaten sowie Liechtenstein, Island und Norwegen im Schweizer Profi-Fussball nicht als Ausländer gelten, zählt der FCB immer noch sieben Ausländer.
Einer davon ist Djordje Nikolic, der am Sonntag an Stelle von Germano Vailati auf der Bank sitzen wird, weil Vailati mit der U21 Spielpraxis sammeln muss. Und weil Nikolic aus Serbien stammt, «kommen wir unter Zugzwang», wie es Fischer am Freitag im Vorfeld des Vaduz-Spiels sagt.

Unter Zugzwang, dass nicht plötzlich zu viele Ausländer auf dem Platz stehen. Bislang mussten sich Fischer und sein Staff noch nie dahingehende Überlegungen machen, weil die insgesamt sieben Ausländer (Omar Gaber, Adama Traoré, Blas Riveros, Eder Balanta, Geoffroy Serey Die, Seydou Doumbia und eben Nikolic) noch nie alle gemeinsam auf dem Matchblatt gestanden haben. «Es sieht jetzt aber so aus, dass dieser Fall in Vaduz eintritt und wir schauen müssen.

Das wird auch einen Einfluss auf die Startelf haben.» Denn: Sollte sich Vaclik wieder Erwarten verletzen, müsste Fischer Nikolic einwechseln und würde so einen der fünf Plätze für Nicht-EU-Bürger an ihn vergeben müssen. Würden zum Zeitpunkt der Einwechslung Nikolics bereits fünf per Definition der Swiss Football League als Ausländer geltende Spieler für den FCB auf dem Feld stehen, müsste Fischer gleich zwei Mal wechseln, um das Spiel nicht im Nachhinein Forfait zu verlieren. «Da würdest du dich ja lächerlich machen», sagt Fischer.

Für ihn und seine Assistenten heisst das, dass die Vorbereitung noch akribischer gemacht werden muss als normalerweise. «Wir müssen vor dem Spiel alles absprechen, damit ausgeschlossen ist, dass uns ein Fehler unterläuft.» Es müsste aber «mit dem Teufel zu- und hergehen, dass wir da rein laufen».

Um in der Hitze des Gefechts eines plötzlichen Wechsels auf Nummer sicher zu gehen, sind so viele Involvierte wie möglich informiert. Vor allem Pascal Naef, der dem vierten Offiziellen jeweils die Ein- und Auswechslungen meldet, sei darauf sensibilisiert.

Pech für Blas Riveros

Diese komplizierte Konstellation dürfte vor allem für Blas Riveros Konsequenzen haben – und bedeuten, dass er weiter auf seinen ersten Einsatz in der Super League in diesem Jahr warten muss. Zum einen, weil Fischer mit Raoul Petretta auf der Linksverteidigerposition eine gute, nationale Alternative hätte.

Zum anderen, weil Fischer zu Protokoll gab, dass Riveros seine lange Abwesenheit (zuerst an der U20-Südamerikameisterschaft, danach in den Ferien) nicht eben in die Karten gespielt habe. Er müsse beissen und aufholen. Und wie alle anderen sechs Ausländer geduldig sein, so Fischer. Und vielleicht auch noch darauf hoffen, dass gegen Sion nächste Woche wieder Vailati auf der Bank sitzt und sich die Situation zumindest in diesem Punkt etwas vereinfacht.