Die gute Nachricht zuerst: Fabian Schär wird heute Abend gegen Schalke 04 spielen. Der Innenverteidiger absolvierte gestern das komplette Abschlusstraining. Mit Bandagen an beiden Knien zwar, aber ohne nennenswerte Probleme. «Fabian hat sich gut bewegt und keine starken Schmerzen verspürt», sagte Trainer Murat Yakin eine Stunde später an der Pressekonferenz.

Die unerwartet schnelle Rückkehr des Abwehrchefs, nachdem bei seiner Auswechslung am Samstag gegen Sion noch wenig auf einen heutigen Einsatz gesprochen hat, verleiht dem FCB zusätzlichen Optimismus. Der nach dem Auftaktsieg vor zwei Wochen in London jedoch eh schon riesig ist. «Das Ziel sind ganz klar die drei Punkte», sagt Marco Streller. «Ich sehe keinen Grund, der gegen einen Sieg von uns spricht», sagt Yakin.

Auch in Basel haben sie mitbekommen, dass Schalke mit einem Haufen Problemen im Gepäck angereist ist. Und die Chance dadurch gross ist, das ramponierte Image des FCB in Deutschland aufzupolieren. 18 Monate nach dem blamablen 0:7 im Rückspiel des Champions-League-Achtelfinals gegen Bayern München. «Manuel Neuer hätte Läckerli naschen können» (Süddeutsche Zeitung) lautete damals eine der bitterbösen Schlagzeilen in Anspielung auf die 90 Minuten, in denen der Bayern-Goalie nahezu beschäftigungslos geblieben war.

Der Respekt der Deutschen vor dem FCB, so Streller, sei nach dem Erreichen des Europa-League-Halbfinals in der Vorsaison zwar wieder grösser geworden. «Das habe ich in Gesprächen mit Kollegen in Deutschland gespürt», so der ehemalige Stuttgarter. Dennoch sei eine Schmach, wie der FCB sie damals erlitten habe, nur in Direktduellen wieder gutzumachen. «Es ist jedes Mal aufs Neue etwas ganz Spezielles für eine Schweizer Mannschaft, gegen eine deutsche zu spielen.» Für Streller noch etwas mehr als für seine Teamkollegen: Obwohl Teil der Stuttgarter Meistermannschaft von 2007, wurde er während seiner Zeit in der Bundesliga (2004-07) stets belächelt.

Mit Timo Hildebrand (Goalie) und Horst Heldt (Sportchef) trifft er heute zwei alte Weggefährten aus Stuttgart. «Der Kontakt ist zwar verloren gegangen, aber ich halte beide für hervorragende Typen», sagt Streller. Heldt hat die Wandlung seines früheren Mitspielers «vom Lebemann zur grandiosen Führungsfigur in Basel» interessiert verfolgt und sagt: «Ehrlich gesagt, ich habe Marco nicht zugetraut, einmal eine so dominierende Rolle in einem Klub einzunehmen.»

Wiedersehen auch an der Seitenlinie

Wie Streller und Philipp Degen (2010–11) hat auch Murat Yakin eine Vergangenheit in Stuttgart (1997–98) und dort während sechs Monaten zusammen mit Jens Keller die Innenverteidigung gebildet. Der wiederum ist seit Dezember 2012 Trainer bei Schalke 04 und so kommt es heute Abend auch an der Seitenlinie zu einem Wiedersehen alter Bekannter. Bereits vor einigen Wochen haben sich die beiden im Rahmen eines Trainerforums in Nyon getroffen und «bis ins letzte Detail Aufstellung und Taktik für das heutige Spiel ausgetauscht», wie Keller nicht ganz ernst gemeint verrät.

Und dann ist da noch Valentin Stocker. Der 24-Jährige stand im Sommer während mehrerer Wochen im Fokus der Schalker, bis diese sich im letzten Moment für Kevin-Prince Boateng entschieden. Stocker war – das ist kein Geheimnis – enttäuscht, dass der Wechsel nicht geklappt hat. Laut Streller sei die Geschichte für Stocker jedoch erledigt – zumindest fürs Erste. «Vali ist mit ganzem Herzen bei uns und will wie wir alle das Spiel unbedingt gewinnen.»

Gelingt dies tatsächlich, wäre der Traumstart in die Gruppenphase für den FC Basel perfekt. «Sechs Punkte aus zwei Spielen – ich bekomme jetzt schon Gänsehaut, wenn ich daran denke», sagt Streller.