Museumspass
Der Frankenpreis bleibt bestehen, aber der Europreis steigt leicht an

Ab 1. Juli kostet der Pass im Euroland 9 Euro mehr, für Paare 18 Euro. Für Schweizer wird es weniger attraktiv, ihn im Ausland zu kaufen, auch wenn sich je nach Wechselkurs Geld sparen lässt. Anfang Jahr könnten die Preise noch mal angepasst werden.

Peter Schenk
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Die Fondation Beyeler mit der Gauguin-Ausstellung sorgt mit dafür, dass Anfang 2015 wieder viele Museumspässe verkauft werden.

Die Fondation Beyeler mit der Gauguin-Ausstellung sorgt mit dafür, dass Anfang 2015 wieder viele Museumspässe verkauft werden.

Mark Niedermann

Für ein Trinationales Projekt wie den Museumspass mit 300 Mitgliedsmuseen in der Schweiz, Frankreich und Deutschland sind Währungsturbulenzen ein grosses Problem. So ist der Pass derzeit noch, je nach Wechselkurs, beim Kauf im Euroland um bis zu 30 Prozent günstiger als in der Schweiz.

In der Schweiz sind immerhin 14100 Museumspässe im Umlauf.

In der Schweiz sind immerhin 14100 Museumspässe im Umlauf.

zvg

Ab 1. Juli aber wird der Preis für einen Pass für eine Person im Ausland um neun Euro von 89 Euro auf 98 Euro steigen, der Pass für zwei Personen kostet dann statt bisher 165 Euro 183 Euro. «Massiver zu erhöhen ist nicht möglich, gar nichts zu machen aber auch nicht», sagt der Geschäftsführer Gilles Meyer. «Der Preis in Schweizer Franken bleibt mit 128 Franken für eine Person und 238 Franken für zwei Personen gleich, obwohl unser Angebot grösser wird», erläutert Meyer. Tatsächlich kommen auf den 1. Juli mit 15 Museen im Raum Bern so attraktive Häuser wie das Zentrum Paul Klee, das Kunstmuseum Bern oder das Freilichtmuseum Ballenberg hinzu.

Immer noch 23 Franken billiger

Beim derzeitigen Wechselkurs ist der Kauf eines Einzelpasses bei Vitra in Weil 23 Franken günstiger als in Basel und für zwei Personen macht es 42 Franken aus, aber die Unterschiede sind ab Sommer nicht mehr so extrem wie bisher. «Auf den 1. Januar schauen wir die Situation neu an. Je nach Wechselkurs werden wir die Preise noch einmal erhöhen müssen», erklärt Meyer.

Während die Verkaufszahlen in Deutschland 2014 gegenüber dem Vorjahr um gut 200 Pässe zunahmen, gab es in der Schweiz (-684) und in Frankreich (-739) Verluste. Meyer führt das darauf zurück, dass es im Jahr 2014 nicht so viele attraktive Ausstellungen gab. «Allein in Basel haben die Museen 70'000 Eintritte verloren.»

2015 aber laufe es bisher sogar besser als geplant. «Im Raum Freiburg und Basel verkaufen wir aufgrund der Gauguin-Ausstellung in der Fondation Beyeler viele Pässe», freut sich der Geschäftsführer. Positiv bemerkbar machen sich auch attraktive Ausstellungen wie in Speyer über die Titanic oder jene über Oskar Schlemmer in der Stuttgarter Staatsgalerie, die bis Mitte April lief, mit einer Begleitausstellung «Weggefährten Schlemmers in Stuttgart», die bis zum 24. Mai verlängert wurde. Mit Sicherheit positiv bemerkbar machen werde sich die Erweiterung auf den Raum Bern.

Mit Frankfurt im Gespräch

Ganz zu Ende ist die eindrückliche Expansion der letzten Jahre nicht. «Es gibt viele Kantone in der Schweiz, in denen wir keine Mitglieder haben. Ausserdem sind wir weiter im Norden mit Mainz, Darmstadt und Frankfurt am Main im Gespräch», erzählt Meyer.

Stellt sich nur die Frage, ob das Einzugsgebiet des Passes nicht irgendwann zu gross wird? «Wir müssten vielleicht überlegen, Pass-Varianten einzuführen», sagt Meyer. Gleichzeitig räumt er ein, dass dies das erfolgreiche und einfache Produkt verkomplizieren würde und schwerer zu kommunizieren mache. Fazit: «Noch ist alles offen.»