Mister Cocktail

Der gemütliche Begleiter

Philipp Kiefer stellt jede Woche einen Cocktail vor.

Philipp Kiefer stellt jede Woche einen Cocktail vor.

Philipp Kiefer ist Chef de Bar im Werk 8 im Basler Gundeldingerfeld. Jede Woche stellt er einen anderen Cocktail samt Rezept vor.

«In Berlin, by the wall, you were five foot ten inches tall. It was very nice
– candlelight and Dubonnet on ice.»

Im Lied «Berlin» von Lou Reed aus dem Jahre 1973 wird der Dubonnet als gemütlicher Begleiter erwähnt. Dubonnet ist ein französischer Weinaperitif und dem Wermut sehr ähnlich. Nicht nur pur auf Eis, wie in den Zeilen Lou Reeds, lässt sich der süsse Wein geniessen. So kann er auch in Cocktails, als Alternative zu Wermut, verwendet werden. Erfinder des süssen Trankes ist der Spirituosenfachhändler Joseph Dubonnet.

Er entwickelte ihn 1846 in Paris. Dabei gelang es ihm, den äusserst bitteren Stoff Chinin in ein trinkbares Heilgetränk zu integrieren. Der Bitterstoff aus der Chinarinde war damals die einzig bekannte Prophylaxe gegen Malaria. Als Tonikum wurde der Dubonnet von den Fremdenlegionären in Afrika verwendet.

Dort war die schwarze Flasche mit der Katze darauf bei den Leuten sehr beliebt, weil die schwarze Katze für Glück und Reichtum steht. So wurde der Dubonnet zum beliebten Hochzeitsgeschenk. Dies war Joseph Dubonnet jedoch noch nicht bewusst, als er das Haustier seiner Frau zum Markenzeichen für sein Produkt machte. Der Dubonnet wird aus kräftigen Rotweinen hergestellt, welche mit Orangenschalen, ungerösteten Kaffeebohnen und anderen Kräutern und Gewürzen versetzt werden.

Die Rezeptur ist geheim. Nach einer zweijährigen Lagerung im Eichenfass ist der Dubonnet trinkreif und enthält 14,8 Volumenprozent. Er ist würzig, mit einer fruchtigen Note dunkler Beeren und Rosinen. Auch Queen Elizabeth II hat Gefallen an dem Weinaperitif gefunden und mixte sich ihren «Dubonnet-Cocktail»: Zu gleichen Teilen Gin und Dubonnet, mit einer Zitronenscheibe garniert.

Wenn die Tage wieder länger werden, tun die Drinks es ihnen gleich. Als Longdrink funktioniert der Dubonnet ebenfalls, da er komplex an Aromen ist. Gemixt mit Ginger Ale funktioniert der «Dubonnet Highball» als Aperitif genauso gut wie als leichtalkoholischer Durstlöscher. Wem das Gemisch zu leicht ist, der kann mit etwas Whiskey nachhelfen – oder mit Angosturabitter nachwürzen. Auch mit der Auswahl des Ginger Ales kann variiert werden.

Rezept für den «Dubonnet Highball»:
5 cl Dubonnet
Ginger Ale zum Auffüllen

Die beiden Zutaten in ein Longdrinkglas voll mit Eis geben und mit einer Orangenscheibe garnieren.

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