Der Kanton Genf hat in Absprache mit dem Staatssekretariat für Migration (SEM) seit 2015 insgesamt 590 Sans-Papiers eine Aufenthalts- und Arbeitsbewilligung ausgestellt. Die Behörden stützten sich dabei auf die Härtefallregelung im bestehenden Ausländergesetz. Das Ziel der "Operation Papyrus" war es, die Situation der Tausenden von Sans-Papiers, die in Genf leben, zu regulieren.

Die Kantone legten die Regelung allerdings unterschiedlich aus. Die Anlaufstelle für Sans-Papiers in Basel kritisierte in der Vergangenheit regelmässig die restriktive Auslegung des Gesetzes. In Rahmen der "Operation Papyrus" hat der Kanton Genf nun klare und transparente Kriterien definiert, wann eine Person als Härtefall gilt. Im Rahmen einer Medienkonferenz hat der Genfer Sicherheitsdirektor Pierre Maudet auch Basel und andere Schweizer Städte dazu aufgerufen, sich der Sache anzunehmen und zu handeln.

Der Kanton Basel-Stadt hat bereits Veränderungen angekündigt. Dies nachdem das SEM Ende letzten Jahres drei Basler Sans-Papiers eine Aufenthaltsbewilligung ausgestellt hatte. Die Anlaufstelle für Sans-Papiers in Basel sucht in diesem Zusammenhang das Gespräch mit dem kantonalen Migrationsamt und dem Justiz- und Sicherheitsdepartement, mit dem Ziel Klarheit für die vielen Sans-Papiers in Basel zu schaffen.