Basel-Stadt

Der Gewerbeverband will «kompakte Gewerbe- und Industrieflächen»

Gabriel Barell, Direktor des Gewerbeverband Basel-Stadt.

Gabriel Barell, Direktor des Gewerbeverband Basel-Stadt.

In Basel sind die Entwicklungsmöglichkeiten des Gewerbes und der Industrie aus räumlichen Gründen beschränkt. Es bestehe die Gefahr, Nutzungskonflikte verschärft würde, meint man beim Gewerbeverband Basel-Stadt. Jetzt gibt es eine Studie zu den Gewerbe- und Industrieflächen im Kanton Basel-Stadt.

Eine  vom Gewerbeverband Basel-Stadt  in Auftrag gegebene Studie zeigt zum einen Chancen auf, welche sich durch die Weiterentwicklung bestehender Flächen ergeben, belegt aber auch die Gefahren, welche mit Umzonungen zu Gunsten zusätzlicher Wohnflächen einhergehen. Besonders bei Flächen, die heute noch eine hohe Lärmtoleranz aufweisen, wittert der Verband Gefahren. Die Studie, welche in Auftrag gegeben wurde, analysiert die acht existierenden Gewerbe-und Industrieflächen (Zone 7-Flächen) im Kantonsgebiet.

Die Studienergebnisse zeigten die negativen Folgen des starken Umnutzungsdrucks auf die bestehenden Flächen, heisst es in der Medienmitteilung des Verbandes.  Gerade für Gewerbe- und Industrieflächen spitze sich die Situation zu, warnte Verbandsdirektor Gabriel Barell. Die Studie weist jedoch auch auf Chancen hin, wie dieser Entwicklung entgegenzuwirken ist und die bestehenden Flächen besser genutzt werden können. Barell sagte, es sei auch im Rahmen von „Arrondierungen“ auch denkbar, dass gewisse Gewerbegebiete zu Wohngebieten umgezont werden könnte.

Zonen-Fotos

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Umgekehrt müsse eine gute Gewerbequalität, wie sie etwa das Areal Lysbüchel aufweise, nicht durch Umnutzungen in Wohngebiete verschlechtert werden.

Wie attraktiv eine Wirtschaftsfläche für den Schwerpunkt Gewerbe und Industrie ist, hänge im kleinräumigen Kanton Basel-Stadt vor allem von den Faktoren Lärmtoleranz, mögliche Nutzungskonflikte hinsichtlich der angrenzenden Flächen, Erreichbarkeit sowie der Grösse des Areals ab. So hätten Gewerbeareale, welche an andere Gewerbeareale oder an Zonen mit einem tiefen Wohnanteil angrenzen, einen deutlichen Vorteil, da diese in Bezug auf Lärm und andere Emissionen deutlich besser abschneiden als Flächen in der Nähe von Wohngebieten. Als herausragende Gewerbe- und Industrieflächen erweisen sich dabei das Lysbüchel, die Neudorfstrasse sowie der Novartis-Campus. Gewerbedirektor Gabriel Barell: «Diese Flächen bestechen nebst ihrer peripheren Lage vor allem durch ihre relativ kompakte Form und ihre gute Erreichbarkeit.» Natürlich würde der Verband nicht auf den Novartis Campus schielen; aber dieser sei nun mal in der Zone 7.

Aufgrund des knappen Flächenbestands in Basel-Stadt plädiert der Gewerbeverband für eine konsequente Weiterentwicklung und Verdichtung der heute teilweise unternutzten Gewerbeflächen.

Aufgrund der Studienergebnisse formuliert der Gewerbeverband Basel-Stadt drei Forderungen:

  1. Der Kanton müsse den Erhalt bestehender und die Ansiedelung neuer gewerblicher und industrieller Unternehmen als „konkreten Schwerpunkt in seine strategische Wirtschaftspolitik aufnehmen“. Eine aktive und erfolgreiche Ansiedelungspolitik sei nur mit geeigneten Flächen möglich, welche den Firmen auch zukünftige Entwicklungsschritte ermöglichen.
  2. Die besonders geeigneten Flächen seien als reine Wirtschaftsflächen weiterzuentwickeln und zu verdichten. Ein besonderes Augenmerk ist auf die in der Studie genannten Kriterien «Lärmtoleranz», «Erreichbarkeit», «Nutzungskonflikte» und «Kompaktheit» zu legen.
  3. Die entsprechenden Planungen durch den Kanton seien in Absprache mit den ansässigen Unternehmen und Interessensorganisationen voranzutreiben.

Die Studie wurde verfasst von IWSB, Institut für Wirtschaftsstudien Basel, www.raum.iwsb.ch

Autor

Stefan Schuppli

Stefan Schuppli

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