Grüselgasse
Der grosse Basler Quarzsandstein-Test: Mit Döner und alles

Der Kanton schweigt eisern zu angeblichen Putz-Problemen beim den neuen Trottoir-Platten. Deshalb macht die bz nun den Selbsttest und fragt: Dringen Dönerfleisch und -Sauce tatsächlich unputzbar tief in die Sandstein-Poren ein?

Samuel Hufschmid
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André Auderset ist in grosser Sorge ums Erscheinungsbild und um die Umsätze in der Greifengasse. Grund dafür sind die gemäss (wessen eigentlich? seiner? irgendeiner?) Einschätzung "zu porösen" Alpnacher Quarzsandsteine, die auf den Greifengasse-Trottoirs verbaut wurden (die bz berichtete).

Als Präsident der IG Kleinbasel und LDP-Grossrat stellte er deshalb mittels Interpellation die Frage, ob dem Regierungsrat "dieser unhaltbare Zustand bekannt" sei und ob unter "diesen Umständen ein Festhalten am augenscheinlich für innerstädtische Verhältnisse ungeeigneten Quarzsandstein noch zu verantworten" sei. Mittlerweile meldete sich aber auch der Hersteller bei der bz zu Wort: Er sagt, das Problem liege sicher nicht bei seinem Stein.

Steinernes Schweigen in Basel

Weil es sich um eine hängige Interpellation handelt, darf derzeit keiner der sieben Mediensprecherinnen und Mediensprecher des Bau- und Verkehrsdepartements Stellung nehmen und auch eine Anfrage an die Stadtreinigung wird aus diesem Grund abgelehnt. Ein Augenschein der bz vor Ort zeigt, dass sich der Quarzsandstein in Punkto Sauberkeit und Oberflächen-Perfektion tatsächlich leicht vom Zustand des Marmorbodens im Einfamilienhaus der Schwiegereltern unterscheidet – was allerdings kaum erstaunen dürfte, gehört doch das Greifengasse-Trottoir zu den vermutlich meistfrequentierten Orten der ganzen Stadt.

So sah der Sandquarzstein aus, als er verlegt wurde.
6 Bilder
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So sieht der Stein einen Tag nach Testbeginn aus.
Der Quarzsandstein in der Greifengasse sieht schon ziemlich mitgenommen aus. Mit welcher Flüssigkeit er hier in Kontakt kam, ist unklar – im Gegensatz zur Dauerhaftigkeit der hinterlassenen Spuren.
Mathias Böhm (links) und Hans-Peter Wessels setzen 2015 vor der Safran-Zunft die erste Quarzsandstein-Platte.
Die bz besuchte Thomas Meier vor dreieinhalb Jahren im Alpnacher Sandsteinbruch – noch bevor er die ersten Platten nach Basel lieferte.

So sah der Sandquarzstein aus, als er verlegt wurde.

bz

Dennoch, liebe Leserinnen und Leser, hat sich die bz dazu entschieden, der Informationssperre des Bau- und Verkehrsdepartements zu trotzen und dem Grund der Verunreinigung nachzugehen. Dass sich seit einem Reportage-Ausflug nach Alpnach in den Sandsteinbruch ein Stückchen dieses Steins auf der Redaktion befindet, darf durchaus als glücklicher Zufall bezeichnet werden.

Ein gut vorgekauter Kaugummi, eine Portion vor Fett triefendes Dönerfleisch (mit viel Sauce und scharf) sowie ein Schluck Coca Cola sind seit Dienstag 15 Uhr auf der Sandstein-Oberfläche platziert und sollen nun eindringen in die Sandstein-Poren. Die Auflösung gibt's dann am Freitag - wenn wir gewöhnlich unsere Geschirrspülmaschine laufen lassen. Und zwar diesmal mit einem Block Quarzsandstein.

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