Aus Vevey, Porrentruy, Münchenstein oder gar Hamburg oder Strasbourg sind sie hergereist: Die Feuerwehrleute, die den härtesten und stärksten Feuerwehr-Mann der Schweiz werden wollen.

Und gewonnen hat der Deutsche Jens Lüdeke von der Freiwilligen Feuerwehr Bremke. Er absolvierte die Disziplinen in gesamthaft 8 Minuten und 47 Sekunden und liess Lukas Stadelmann (Frick) und Pierre Gregorat (Strasbourg) sowie die anderen der insgesamt 31 Teilnehmer auf die Plätze. Zum Vergleich: Der Teilnehmer auf dem letzten Rang hat für die vier Posten über 22 Minuten gebraucht. 

Die einzige Frau im Feld, Kirsten Mester von der Berufsfeuerwehr Hamburg, wurde 18.

Vier Diszipline

Die vier Disziplinen, die es zu bewältigen galt, hatten es in sich.

Roland Bopp über den Wettbewerb «Toughest Firefighter Switzerland»

Roland Bopp erläutert die vier Diszipline des Wettbewerbs

Bei der ersten Disziplin, dem Schlauchziehen, mussten zwei Schläuche über 60 Meter ausgezogen werden. Anschliessend sollten zwei weitere Schläuche aufgerollt und in eine Kiste gepackt werden.

Die zweite Aufgabe war es, zwei jeweils 20 Kilo schwere Kanister an einer Seilwinde zu befestigen und diese dann auf einen Gerüstturm zu ziehen. Vom zweiten Obergeschoss mussten die Feuerwehr-Männer diese Kanister dann wieder herunter zum Ausgangspunkt zu tragen.

Bei der dritten Disziplin galt es einen Eisenhammer in einer «Hammerbox» 50 Mal oben und unter «anzuschlagen». Danach mussten die Teilnehmer wiederum alle Kraft aufwenden, um zwei Kanister (je 20 Kilogramm) über 40 Meter weit zu tragen.

Messeturm zum Schluss

Wer nun das Gefühl hat: «Härter kann es ja nicht mehr werden», täuscht sich.

Die vierte und letzte Disziplin war zugleich die schwerste. Mit aufgesetzter Atemschutzmaske mussten die Feuerwehr-Männer beim Towerrunning die 31 Stockwerke und 542 Stufen des Messeturms erklimmen.

Da sei es besonders wichtig, die Kräfte gut einzuteilen, sagt Claude Perret von der Feuerwehr Münchenstein.

Das sind die Herausforderungen beim Tower Running

Claude Perret über die Herausforderungen vom Towerrunning

Kraft und Ausdauer war bei jeder Aufgabe gefragt. Und auch wenn sich die Feuerwehr-Männer fleissig für den Wettbewerb vorbereitet hatten, die Anstrengung war vielen ins Gesicht geschrieben. Manche haben gar fünf bis sechs Mal die Woche trainiert, und sind endlos Treppen gelaufen.

Was das ganze erschwert: Die Feuerwehr-Männer mussten bei jeder Aufgabe ihre gesamte Brandschutz-Ausrüstung anhaben. Diese umfasst neben Schuhen, Hosen und Jacke auch eine Sauerstoffmaske, welche beim Towerrunning aufgesetzt werden musste.

Christian Jenni von der Feuerwehr Pratteln erklärt, was alles zur Ausrüstung gehört

All dies gehört zur korrekten Ausrüstung eines Feuerwehrmannes

Erster Wettbewerb dieser Art in der Schweiz

Der Wettbewerb «Toughest Firefighter Switzerland» fand dieses Jahr zum ersten Mal statt. Initiant Roland Bopp von der Basler Feuerwehr nahm selbst vor 17 Jahren in Australien an den Weltmeisterschaften teil.

In Deutschland und Frankreich hätte der Wettbewerb schon seit einigen Jahren etabliert. Nun wollte Bopp auch in der Schweiz nach dem härtesten Feuerwehr-Mann suchen. «Um den Menschen zu zeigen, was die Feuerwehr-Leute leisten.»

Mit dem Einsatz der Feuerwehrlete ist Roland Bopp zufrieden. «Sie haben eine tolle Leistung erbracht.» Der Feuerwehr-Kommandant will nächstes Jahr selbst teilnehmen.

Dieses Versprechen schien denn auch Messeleiter Chris Eichenberger fast am Wichtigsten. Dennoch: «Für uns war es ein traumhafter Tag», meinte er abschliessend. (lds)