Denkt man an die Basler Herbstmesse, kommen einem zuerst die verrückten Bahnen in den Sinn. Für die Mutigsten unter den Mutigen steht der Power Tower im Rundhof der Messehalle, für die kleinen Hartgesottenen gibt es die Crazy Mouse auf dem Kasernenareal und für jedermann das Kettenkarussell.

Bahnen sind aber nur die halbe Miete der «Herbschtmäss». Mindestens so wichtig sind die Schlemmerbuden, die den Rand der Plätze säumen. Neben Kääskiechli, Klöpfer und Raclette ziehen die unzähligen Süssigkeiten Alt und Jung an. «Maagebrot», «Roosekiechli» und – an der Spitze der süssen Gefühle – der «Beggeschmutz». Diese Kalorienbombe besteht aus einer zähen Eiweissmasse mit Zucker, ist mit Schokolade überzogen und wird mit Kokosstreusel geschmückt.

Das Auge isst mit

Die Zusammensetzung klingt banal, als könnte jedermann die Köstlichkeit in der heimischen Backstube zubereiten. Dem ist nicht so: Beim «Beggeschmutz» sind an der Basler Herbstmesse enorme Qualitätsunterschiede auszumachen. Der Spruch «das Auge isst mit» ist ein wichtiger Indikator: Höhe, Farbe, Form. Dann die Füllung und zu guter Letzt der Geschmack des Gesamtkunstwerks.

Die braun-weissen Süssigkeiten an der Messe zu finden, ist für Liebhaber kein Problem. An jeder Ecke – sei es auf dem Messe-, Peters- oder Barfüsserplatz, auf dem Kasernenareal oder der Rosentalanlage – werden sie zuhauf angeboten.

Ausgesucht nach Zufallsprinzip

Die bz hat sich auf einen Rundgang gemacht und nach dem Zufallsprinzip auf vier von sechs Messestandorten je einen «Beggeschmutz» gekauft. Nach ausführlichem Probeessen sind die Redaktorinnen zu einem – natürlich subjektiven – Ergebnis gekommen und haben den Kalorienbomben eine Note gegeben.

Zu den Kriterien der Bewertung gehören Optik, Füllung der Köstlichkeit und Geschmack. Der Test hat definitiv bewiesen, dass nicht jeder «Beggeschmutz» gleich ein «Beggeschmutz» ist. Aber für jede Vorliebe der Süssigkeiten-Fans ist sicherlich einer dabei.

Nach der langen Wanderung über die Basler Messe steht für die Redaktorinnen fest: Es braucht Durchhaltevermögen und einen grossen Magen, um den besten «Beggeschmutz» ausfindig machen zu können. Wichtig: Es empfiehlt sich, während der 14 Messe-Tage weder eine Diät anzufangen noch mit vollem Magen nach Basel zu kommen. Die «Herbschtmäss» ist schliesslich nur einmal im Jahr.