Die Basler Bildungsgruppe ist nahezu unbekannt. Dabei besteht der Bildungskonzern seit 2004, beschäftigt mehrere hundert Lehrer und unterrichtet gut 5000 Lernende. Detailliertere Angaben sind nicht erhältlich. Georg B. Weibel, Hauptaktionär der Firmengruppe, hält sich bedeckt, Geschäftszahlen sind tabu. In der bisherigen Strategie waren Schulbetrieb und Immobilienbesitz eng verzahnt, doch nun sollen die Bereiche entflochten und das Profil der «Basler Bildungsgruppe» geschärt werden, sagt Peter Schmid, ehemals Baselbieter Bildungsdirektor und nun Vizepräsident des Verwaltungsrats der Bildungsgruppe.

In der Schweiz ist nur die Kalaidos-Gruppe, zu der die Akad- und die Minerva-Schulen gehören, mit rund 24'000 Schülern deutlich grösser als die Weibel-Institute. Eine ähnliche Dimension wie die Basler hat die Zürcher Vantage Education Group, der dritte Bildungskonzern der Schweiz.

Weibel, Erbe der ehemaligen Keramik-Laufen-Gruppe und vormals Personalchef bei der Notenbankdruckerei Orell Füssli, stieg 1989 ins Bildungsbusiness ein, als er die Neue Sprach- und Handelsschule (NSH) übernahm. Später kamen in Basel die Sprachschule Bénédict und die Huber Widemann Schule (HWS) für die Berufsbildung im Gesundheitswesen dazu. Der grösste Baustein der Gruppe ist mittlerweile die IBZ, die von Aarau aus acht Standorte betreibt und Fachausbildungen für Technik- und Managementberufe anbietet. Von Zürich aus geführt und mit drei Schulstandorten gehört auch die IFA, die höhere Fachschule für die Digitale Wirtschaft, zur Basler Bildungsgruppe.

Nischenplayer für Schulpflichtige

Als Weibel um die Jahrtausendwende startete, wogte die politische Diskussion, ob das schweizerische Schulsystem liberalisiert und die Privat- den Staatsschulen finanziell gleichgestellt werden sollen. Weibel engagierte sich als Präsident der IG Basler Privatschulen an vorderster Front für ein Modell, das ihm eine goldige Zukunft gebracht hätte.

Die Vorstösse waren jedoch weder in Baselland noch in Basel-Stadt erfolgreich. Mit der Basler Schule Ipso an der Eulerstrasse besetzt Weibel heute so nur eine Nische für schulpflichtige Kinder. Das pädagogische Konzept mit Lernateliers hatte Weibel im St. Gallischen kennen gelernt. Für zwei Jahre übernahm er eine dortige Privatschule, verkaufte sie 2015 jedoch wieder an die Vorbesitzer, nachdem es Turbulenzen im Lehrkörper gekommen war.

Im Experimentierstadium ist die ISRH, eine International School samt Kita und Ganztagesbetreuung, die Weibel in Rheinfelden eröffnet hat. Ob sich das gewählte Konzept durchsetze, müsse sich erst weisen, sagt Schmid. Die Gruppe wolle flexibel bleiben. Bewähre sich ein Konzept, könne es auch an anderen Standorten angeboten werden. Weitere Zukäufe von Schulen seien nicht geplant, Angebote würden aber geprüft. Dass Weibel Veränderungen aktiv kommuniziert, ist aber auch künftig nicht zu erwarten.