Hinterhof
Der Hinterhof feiert seinen dritten Geburtstag - und will expandieren

Der Hinterhof feiert seinen dritten Geburtstag. Ursprünglich nur als Zwischennutzung geplant, ist der Club inzwischen nicht mehr aus dem Basler Nachtleben wegzudenken. Und dabei soll es nicht bleiben: Die Betreiber planen eine Cocktailbar in der Stadt.

Jasmin Grasser
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Konzerte im Hinterhof – geht es nach den Betreibern, könnten hier noch viele stattfinden.

Konzerte im Hinterhof – geht es nach den Betreibern, könnten hier noch viele stattfinden.

Zur Verfügung gestellt

Renommierte elektronische Musiker, eine grosse Cocktailauswahl und frische Bands aus dem Norden: Für das und mehr ist der Hinterhof bekannt. Was als Zwischennutzung an der Münchensteinerstrasse 81 begann, ist heute nicht mehr aus der Basler Clubszene wegzudenken. Gefeiert wird dieses Wochenende mit verschiedenen Musikern und DJs aus der Region und dem Ausland.

Vertrag immer weiter verlängert

«Wir haben am Anfang nicht erwartet, dass wir einmal unser dreijähriges Bestehen feiern würden», sagt der Kulturverantwortliche Philippe Hersberger lachend. «Doch der anfängliche Einjahresvertrag wurde immer weiter verlängert.» Dass der Hinterhof drei Jahre bestehen konnte, sehen die Betreiber als grosse Chance. «Man kann erst nach 36 Monaten eine vernünftige Bilanz ziehen», sagt Hersberger.

Mittlerweilen sei der Hinterhof ein gut funktionierender Betrieb mit Angestellten. Höhepunkte gab es für ihn einige: «Ich erinnere mich daran, wie ich völlig baff das erste Mal auf der Dachsterrasse stand, als diese fertig war», sagt Herberger.

Auch Auftritte von Musikern wie Sébastian Tellier oder Cut Copy seien spezielle Abende gewesen. «Wenn ein grösserer Künstler zu uns kommt, bedeutet dies immer ziemlich viel Aufwand und bleibt deswegen auch anders in Erinnerung.» Dass aus der Lagerhalle ein funktionierender Club mit Ausstellungsraum wurde, sei dem unermüdlichen Engagement des Hinterhof-Teams und Freunden zu verdanken. «Wir wollten uns immer verbessern, daran hat sich nichts geändert», sagt Hersberger.

Verlängerung steht im Raum

Anfang dieses Jahres wurde die Akustik und das Soundsystem erneuert, letztes Jahr die Lichtsituation verbessert, und vor zwei Jahren entstand die Dachterrasse. «In unserem ersten Jahr war die Fussball-Weltmeisterschaft, das Publikum kam zum Public Viewing auch ausserhalb der Club-Öffnungszeiten.» Doch für den Sommer 2011 habe man sich etwas einfallen lassen müssen, um an den Wochentagen Gäste anzuziehen: «So entstand spontan die Idee der Dachterrasse», sagt Hersberger.

Damit steht dem Hinterhof im Sommer die Möglichkeit offen, an sechs Abenden Gäste zu bewirten. Zudem hofften die Betreiber mit ihrem Engagement auch, die Eigentümer Immobilien Basel-Stadt so zu beeindrucken, dass diese einer weiteren Verlängerung des Zwischennutzungsvertrags zustimmen würden. Die Vertragsverlängerungen wurden bis anhin im Herbst bekannt gegeben. «Das bedeutet für uns natürlich eine Anspannung», meint Hersberger. Es sei deswegen nicht einfach, weil im Falle einer Schliessung alle Angestellten einen neuen Job finden müssten. «Diese Verantwortung setzt uns schon sehr unter Druck.»

Kulturverein, GmbH, Barbetreiber?

2002 wurde der Hinterhof Kulturverein gegründet. Das Ziel als Veranstalter in der Region Basel aktiv zu sein, führte 2009 zur Hinterhof GmbH. Diese betreibt die Hinterhof Bar, alle ihre internen und externen kulturellen Veranstaltungen, die Dachterrasse und das Cocktailcatering. Der Kulturverein verwaltet den Ausstellungsraum Offspace.

Ein neues Projekt hat Hersberger mit seinem Team: Er will in der Stadt eine Bar betreiben. «In einem Club wie dem Hinterhof kommt der Barbereich nicht vollumfänglich zur Geltung», stellt er fest. Deswegen will er in der Stadt einen geeigneten Platz finden, um eine Cocktailbar zu etablieren. «Ob wir dort Events durchführen , weiss ich nicht», sagt er. In einer anderen Location, die keine Zwischennutzung ist, könnte allerdings das Konzept des Hinterhofs weiter bestehen – falls der Club geschlossen wird. «Denn Zwischennutzungen sind immer temporär», gibt Hersberger zu bedenken.