Es war ein harziger Start für den «Käfer» in Basel. Der Caterer, in Deutschland weithin bekannt für seine Luxus-Gastronomie, fand sich am Anfang hierzulande schlecht zurecht. In den letzten zwei Jahren habe man sich wirtschaftlich jedoch sehr gut positionieren können, sagt Markus Wenger, Geschäftsführer von Käfer Schweiz. Die Finanzen sind kein Grund, warum das Catering-Unternehmen das operative Geschäft rund um die Messe künftig vollumfänglich Wassermann Company überlässt. Mit dieser Firma nämlich wird der Käfer fusionieren, auch wenn nach Aussagen von Frank Wassermann «die Tinte auf dem Vertrag noch nicht trocken ist».

Vielmehr wolle man «nahbarer werden», sagt Wenger und auch Wassermann sagt: «Es ist wichtig, dass ein Unternehmer in einem solchen Bereich auch oft vor Ort ist.» Dies konnte Inhaber Michael Käfer nicht. Unter anderem aus persönlichen Gründen war er in letzter Zeit seltener in Basel anzutreffen.

Verhandlungen verzögern sich

Offenbar ziehen sich die Verhandlungen hin, schon vor einem Monat war beispielsweise in der «Basler Zeitung» und auf «Telebasel» davon die Rede, dass die Fusion bereits in einigen Tagen Tatsache werde. Noch immer befinde sich man in Gesprächen, klingt es von beiden Seiten, doch sei man sich über weite Strecken einig, sodass der Deal noch vor Jahresende über die Bühne gehen kann.
Die Zeit drängt: Schon im Januar stehen grosse Veranstaltungen, wie beispielsweise der Vogel Gryff im Kongresszentrum an.

Für die Kunden soll sich allerdings nichts ändern, sagen Wassermann und Wenger unisono. «Wir übernehmen das gesamte Personal und sämtliche abgeschlossenen Verträge des Käfers», sagt Wassermann. «Der Name Käfer verschwindet allerdings völlig aus der Messe», sagt Wenger. Noch offen ist, ob dies auch für die Käfer Stube gilt, das Restaurant im Messeneubau. Es ist zumindest denkbar, dass Wassermann hier eine Konzeptänderung anstrebt, «doch vorerst bleibt alles beim Alten», sagt er. Weitere Details aus den Gesprächen geben die beiden Parteien nicht bekannt.

Partner und Kunden zuversichtlich

Für Wassermann ist es bereits der zweite grosse Coup innert kurzer Frist: Im vergangenen Jahr hat der Gastronom das Catering im Stadion St. Jakob übernommen.
Die MCH-Group als Partner steht den Fusionsplänen positiv gegenüber. «Wir wissen allerdings nichts Konkretes über den aktuellen Stand der Verhandlungen», sagt Sprecher Christian Jecker. Auf jeden Fall werde man nach einem definitiven Entscheid mit dem neuen Partner das Gespräch suchen. Jecker redet aber von einem «wichtigen Entscheid» für die Messe.

Sicher ist: Wassermann wird mit diesem Engagement seine Wahrnehmung in Basel weiter verstärken, wenn nicht sogar zum wichtigsten Ansprechpartner für Event-Gastronomie in der Stadt werden. Mit dem Messe-Deal in Verbindung stehen beispielsweise auch stark in der Region verankerte Anlässe wie das Basel Tattoo, die eine grosse Plattform bieten und kritische Beobachter beinhalten.
Auch dort ist man jedoch zuversichtlich, dass die Zusammenarbeit durch die Fusion nicht beeinträchtigt werde: «Dafür ist dieser Bereich zu professionell geführt, als dass da Unsicherheiten auftreten könnten», sagt Yvette Thüring, die beim Militärmusik-Festival für die Gastwirtschaft verantwortlich zeichnet.