Zu sagen gab es wenig. Dennoch luden jungbürgerliche Vertreterinnen und Vertreter des Komitees gegen Geschlechterquoten in die altehrwürdige Schlüsselzunft, um den Kampf gegen die Frauenquote mit dem Slogan «Qualität kennt kein Geschlecht!» endgültig zu lancieren.

Im Herbst hatte der Grosse Rat beschlossen, eine Geschlechterquote für staatsnahe Betriebe wie IWB oder BVB einzuführen: Bei den Verwaltungsräten, die der Grosse Rat bestimmt, sollen mindestens ein Drittel Frauen oder Männer sein.

Die Argumente der Gegner haben sich seit dem Parlamentsbeschluss nicht geändert: Quoten seien ein Relikt vergangener Zeiten, eine moderne Gesellschaft brauche diese nicht. Inzwischen ist das Referendum mit gut 3100 bei 2000 erforderlichen Unterschriften zustande gekommen und die Leidenschaft der Jungpolitiker im Kampf gegen die Quote ist entsprechend gewachsen.

Unterstützung von der Wirtschaft

Am 9. Februar stimmt das Volk ab, ob es dem Willen des Parlaments folgen oder die Argumente des Komitees stützen möchte. «Die Qualifikation und nicht das Geschlecht sollen entscheiden», sagt Diana Blome von den Jungliberalen. Sie wolle verhindern, dass Frauen das Label «Quotenfrau» angehängt werde. Tiziana Conti von der jungen CVP sieht in der Regelung gar «einen Türöffner für Quoten in private Unternehmen». Und die Jungfreisinnige Fabienne Beyerle sagt, Frauen seien nicht auf «staatliche Krücken» angewiesen.

Unterstützt werden die insgesamt acht jungen Frauen und die drei jungen Männer des Komitees von etlichen Vertretern der bürgerlichen Parteien und von den drei Wirtschaftsverbänden. Diese verzichten allerdings darauf, den Jungpolitikern auch finanziell unter die Arme zu greifen. «Wir unterstützen das Komitee mit Leistungen wie etwa Artikeln in unserer Zeitung oder Mails an unsere Mitglieder», sagt David Weber vom Gewerbeverband Basel-Stadt. Wegen «hoch gewerberelevanter Vorlagen in nächster Zeit» habe der Verband aber von einer weiteren finanziellen Unterstützung abgesehen.

Daher kann es sich das Komitee nicht leisten, die ganze Stadt mit seinen pinkfarbenen Plakaten zuzupflastern. Die Zuversicht, die Abstimmung dennoch zu gewinnen, ist trotz beschränktem Budget und trotz breitem Widerstand von links-grüner Seite gross. Interessant: Selbst die FDP-Fraktion hatte sich im Herbst für eine Quote ausgesprochen.

Urs Schweizer ist für die Quote

Bei den Unterstützern des Referendums hingegen finden sich inzwischen unzählige Freisinnige - auch Vertreter des Parlaments. Dass die Partei aber nach wie vor gespalten ist, zeigt der Auftritt des FDP-Grossrats und Unternehmers Urs Schweizer auf der Website der Befürworter: «Die heutige Situation zeigt, dass Geschlechterquoten erforderlich sind. Damit wird dieser Prozess beschleunigt - im Interesse von uns allen. Sobald eine ausgewogene Verteilung erreicht ist, wird diese Auflage hinfällig», lässt er sich zitieren.
Als Bürgerlicher steht er dort allerdings fast allein da. Bei den Gegnern sucht man vergebens nach Linken.