Leute, die sich in Bikini und Badehosen am Rheinufer sonnen oder genüsslich ein Eis schlecken: Der Sommer hat in Basel Einzug gehalten und mit ihm die alljährlichen Buvetten-Diskussionen. Neuste Buvette im Bund: die Flora Buvette am Rheinbord. Seit diesem Sommer ist sie in Betrieb. Letztes Jahr noch kämpften die Inhaber mit Einsprachen und mussten mit der Eröffnung ein Jahr länger warten als geplant.

Trotz erfolgreicher Eröffnung: Noch gelten für die neue Buvette andere Regeln als für bereits bestehende. Während andere bis um 23 Uhr Getränke ausschenken dürfen, muss die Flora Buvette eine Stunde früher schliessen. André Frauchiger, Kommunikationsverantwortlicher des Tiefbauamts, begründet die einjährige Testphase so: «Wir haben diese Zeiten abgemacht, damit die Buvettenbetreiber Erfahrungen sammeln können. Diese werten wir Ende Saison aus.»

Das heisst konkret: Ab 22 Uhr dürfen sich keine Gäste mehr an den Buvetten-Plätzen befinden. Laut Philipp Geisinger, einem der Betreiber der Flora Buvette, wird diese Regel vom Personal konsequent eingehalten. «Das erste Jahr fühlt sich schon an wie auf Probe», sagt er, um dann zu versichern: «Wir nehmen diese Vorschrift aber ernst. Jetzt spielen wir dieses Spiel halt mit.»

Erfreut sind die Betreiber nicht über die Vorschrift des Tiefbauamts, sie sei «etwas schade und grotesk». «Bei schönem Wetter geht hier die Party erst um 22 Uhr richtig los. Dann ist es hier brätschvoll.»

«Sozialkontrolle funktioniert»

Es gibt aber Möglichkeiten, die Vorschriften zu umgehen. Gästen ist es bis um 23.30 Uhr erlaubt, ihr Depot zurückzubringen. Auf der Treppe am Rheinufer sitzen und ein Bier trinken können diese also fast bis Mitternacht. Dass das zusätzlichen Lärm generieren könnte, scheint die Anwohner nicht zu stören. Sowohl Frauchiger als auch Geisinger betonen, dass deren Reaktionen positiv sind. «Das Konzept der Sozialkontrolle funktioniert», resümiert Geisinger.

Durch die Buvetten scheinen die zusätzlichen Lärmbelästigungen und das Auftauchen unerwünschter Störenfriede zurückzugehen. Das sagt Frauchiger aufgrund der Ergebnisse der Arbeitsgruppe Ripa Forte, die sich aus Buvettenbetreibern, Anwohnern und Kantonsvertretern zusammensetzt.

So fällt auch der Blick in die Zukunft optimistisch aus: «Wir sind zuversichtlich, dass eine Verlängerung zustande kommen wird», meint Frauchiger. Und auch Geisinger sagt: «Wir ziehen diese Sache konsequent durch. Es sollte kein Problem sein, diese Verlängerung zu bekommen.»

Der Wunsch nach längeren Öffnungszeiten sei auch vonseiten der Kundschaft zu hören. «Durch die Buvetten gibt es hier weniger schwierige Leute. Das scheint die Nachbarschaft gemerkt zu haben.»

Rhyschänzli Buvette im Vorteil

Von der gleichen zeitlichen Regelung betroffen war letztes Jahr auch die Oetlinger Buvette. Die Nachbarn der Flora Buvette haben ihr «Probejahr» offensichtlich erfolgreich gemeistert: Seit diesem Sommer dürfen sie wie die Älteren im Business bis um 23 Uhr geöffnet haben. Am privilegiertesten sind allerdings die Betreiber der Rhyschänzli Buvette bei der Kaserne. Weil diese sich im Gegensatz zu den übrigen am Rheinbord nicht in unmittelbarem Wohngebiet befindet, darf sie länger geöffnet haben als alle anderen: bis 23.30 Uhr.