Ändstreich

Der Kater danach

Aus, Ende, Akku leer. Um 4 Uhr in der Früh heisst es nur noch: Ab in die Heija! Oder halt in die Badewanne, falls nichts Weicheres zur Verfügung steht.

Aus, Ende, Akku leer. Um 4 Uhr in der Früh heisst es nur noch: Ab in die Heija! Oder halt in die Badewanne, falls nichts Weicheres zur Verfügung steht.

Nach 30 Jahren Fasnachtspause ist das Ziel «Duurebisse bis am Vieri» zu sportlich gesteckt gewesen. 2.5 Stunden Fasnacht waren noch übrig, als die Energiereserven zu Ende waren.

Um 1.30 Uhr in der Nacht auf Donnerstag mögen die Füsse nicht mehr. Eben haben wir vor der Leonhardskirche die Laterne verabschiedet. Der Zug, der in den vergangenen Stunden merklich kleiner geworden ist, macht sich ein letztes Mal auf. Das Ziel ist das Cliquenlokal (das schönste von ganz Basel, übrigens) zum Schlummerbecher. Aber ohne mich. Ich bin abgeschlichen, die steile Stiege hinunter zum Barfüsserplatz.

Fast wird mir das bodenlange Kostüm doch noch zum Verhängnis. Ich stolpere, fange mich aber magistral auf, was mir zweierlei zeigt: Ich bin müde und ziemlich nüchtern. Die Stimmung auf dem Barfi ist gut zwei Stunden vor dem Ändstraich ausgelassen.
Es hat deutlich mehr Aktive als Passive. Sie stärken sich für den letzten Akt. Sie wissen, Punkt 4 Uhr beginnt die Leere. Drei Tage im Ausnahmezustand haben ein Ende.

Das Leben B wartet

Und wie immer nach intensiven Erlebnissen taucht die Frage auf: Was nun? Viele können zwar ausschlafen, schliesslich sind diese Woche noch Ferien. Aber sie erleben spätestens nächsten Montag die ganze Wucht des Alltags. Wobei es mehr die Vorstellung davon ist als die Realität. Zurück ins geregelte Leben. Puhh.

Da habe ich es besser. Nach einer kurzen Nacht mit Pfeifen und Trommeln in den Ohren geht’s gleich wieder weiter auf der Redaktion. Der Kopf ist gleichzeitig schwer und wattig.
Eine wirkliche Hilfe bin ich nur bedingt. Zumal die Kolleginnen und Kollegen einen fabelhaften Job gemacht haben und machen. Mit grossem Einsatz, viel Kreativität und Spass haben sie die Fasnacht in Wort, Bild und Video abgebildet.

Und das in einer lustvollen, inspirierenden Atmosphäre. Einen teilansprechbaren Chef erträgt es da problemlos. Lassen sie mich zumindest spüren. Mein Kater rührt nicht etwa vom Alkohol her. Es sind vielmehr die Eindrücke, die verarbeitet werden wollen. Der Cortège und das Gässeln unter der Larve, die vielen Menschen, das gemütliche Beisammensitzen oder auch -stehen mit Cliquen-Freunden, das Beobachten unzähliger grosser und kleiner, lustiger und romantischer Szenen, das Staunen über Gewaltszüge, das Bewundern von Einzelmasken.

Und darauf soll ich nun ein Jahr verzichten? Aber genau deshalb sind die drey scheenschte Dääg so speziell, sie dauern nur drei Tage.

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