Multiplex im Stücki
Der Kinobetreiber Arena weiss, was die «Grenzlage» bedeutet

Da das Kino im Stücki nicht mit den Preisen der deutschen Konkurrenz mithalten kann, will der Betreiber mit der allerneusten Technologie überzeugen.

Stefan Schuppli
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Mit dem schweizweit grössten Multiplex-Kino will das «Stücki» endlich auf die Erfolgsspur finden.zVg

Mit dem schweizweit grössten Multiplex-Kino will das «Stücki» endlich auf die Erfolgsspur finden.zVg

Ein Kinopalast gleich an der Grenze zu Deutschland, wo der Kinobesuch nur halb so viel kostet wie in der Schweiz? Für den Kinobetreiber Arena scheint dies kein grosses Problem zu sein. Die Firma betreibt seit drei Jahren einen Kinokomplex mit 18 Sälen, und das in einer Distanz zur Konkurrenz in Frankreich von nur drei Kilometern.

«Wir kennen die Herausforderungen, die sich durch die Grenzlage stellen, und wissen, was wir da bieten müssen. Wir haben in Genf grossen Erfolg mit diesem Projekt», sagt Arena-CEO Patrick Tavoli. «Sicher spielt der Preis eine wichtige Rolle, aber in Basel bieten wir die allerneuste Technologie an: 3-D-Ton, Laserprojektion und 4-DX.»

Letzteres ist die jüngste Generation des Erlebnis-Kinos: Es windet, es riecht, es wird nass und neblig. Und die Sitze rütteln, wenn die Verfolgungsjagd etwas rau wird. Tavoli will mit Qualität den höheren Preis wettmachen: «Der Sitz ist breit, der Beinabstand gross, und die Sicht auf die Leinwand super.» Es gehe darum, den Leuten ein Erlebnis «für den Ausgang» zu vermitteln. Ein Trumpf sei die gute Erreichbarkeit und die Tatsache, dass schon heute Parkplätze vorhanden sind.

Den Verantwortlichen ist bewusst, dass sie sich bei der Preisgestaltung etwas überlegen müssen. Wie das genau aussehen wird, ist noch nicht bekannt. Zum Vergleich: In Genf kostet der Eintritt 16 Franken, für Kinder 8.90 Franken. Besitzer der Arena AG ist übrigens Edi Stöckli, der in den 70er- und 80er-Jahren mit Pornokino viel Geld verdiente.

Der grösste Saal wird ein Imax-Cinema sein, einzigartig nicht nur für die Region Basel. Die Firma Imax hat dafür gesorgt, dass im Umkreis von 100 Kilometer kein weiteres Imax-Kino entstehen kann. In der Schweiz ist das nächste Imax-Kino in Luzern, in Deutschland in Karlsruhe. Die Basta-Politikerin Heidi Mück hat jahrelang das Stücki als Konsumtempel kritisiert – und wegen der Grenzlage am falschen Ort. Geändert hat sie ihre Meinung nicht. Das Stücki bringe dem Quartier ausser Verkehr wenig: Sie befürchtet, die Kundschaft werde mit dem Auto anreisen. Wohl richtig.