Sanierung
Der Kiosk beim Joggeli ist weg - bald verschwindet auch der Turm

Der Kioskbetreiber leistete hartnäckigen Widerstand und ging sogar vor Gericht – doch das nützte alles nichts. Seit Anfang dieser Woche ist der Kiosk unten im Turm beim Joggeli fort. Damit steht seinem Abriss nichts mehr im Wege.

Céline Feller
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Das Wahrzeichen der Joggelihalle gehört bald der Vergangenheit an: Mitte Januar beginnt der Rückbau, im Februar wird der Turm verschwunden sein.

Das Wahrzeichen der Joggelihalle gehört bald der Vergangenheit an: Mitte Januar beginnt der Rückbau, im Februar wird der Turm verschwunden sein.

Nicole Nars-Zimmer

Rund um das Joggeli-Areal sind im Moment alle Augen auf die Pferde gerichtet, die am CSI Basel starten. Und da der Fussball noch ruht, geniesst die St. Jakobshalle für einmal gar mehr Aufmerksamkeit als das Stadion auf der anderen Strassenseite.

Doch trotz all der Aufmerksamkeit ist etwas untergegangen: Der Kiosk, der seit Jahren im Betonturm bei der Joggelihalle eingemietet ist, ist leer, der Rollladen ist unten. Und das rund um die Uhr. «Der Kiosk ist seit 4. Januar 2016 leer», bestätigt Beat Grossglauser vom Hochbauamt Basel-Stadt. Vor allem für ihn und sein Team ist das eine gute Nachricht. Denn Grossglauser ist Projektmanager der Sanierung der Joggelihalle. Elementar bei dieser Sanierung und dem Umbau ist das Verschwinden des Turmes, der als Werbetafel und ab und an auch als Hommage an Swiss-Indoors-Gründer Roger Brennwald diente.

Durch den Auszug des Kioskbetreibers ist dieses Verschwinden des Turmes – oder genauer gesagt: sein Abriss – nun endlich gesichert. Noch im Sommer des vergangenen Jahres war dies nicht so klar. Der Kanton Basel-Stadt hatte dem Betreiber gekündigt, dieser wollte dies aber nicht akzeptieren. «Er hat eine Mieterstreckung eingegeben», bestätigt Projektleiter Grossglauser. Mit diesem Anliegen war der Kioskbetreiber bereits einmal vor Gericht gescheitert, und auch der Weiterzug bis vors Bezirksgericht hatte für ihn nicht den erwünschten Erfolg: «Das Bezirksgericht hat uns vollumfänglich Recht gegeben und verfügt, dass er seinen Standort verlassen muss», so Grossglauser.

Null statt 750 000 Franken

Durch den Gerichtsentscheid bekam der Kioskbetreiber gar nichts. Im Sommer hatte er noch die Summe von 750 000 Franken verlangt, damit er seinen Standort räumt. Doch nun hat er weder einen Standort noch seine Dreiviertelmillion, wie Grossglauser ausführt: «Wir haben ihm gar nichts überwiesen, weil das durch den Gerichtsentscheid nicht nötig war.»

Dieser Vorgang lief hinter verschlossenen Türen ab, an die Öffentlichkeit gelangte davon nichts. Am Turm und am Kiosk wird sich aber so rasch nichts ändern, zumindest so lange, wie in der Halle noch Veranstaltungen geplant sind. «Momentan wird gar nichts umgebaut, weil die Halle in Betrieb ist. Die Veranstaltungen haben absoluten Vorrang, dies gilt für alle Anlässe», sagt Grossglauser.

Dach ersetzt Turm

Bald aber wird der Umbau der Halle, der bereits im Sommer 2015 begonnen hat, deutlich sichtbar. Denn mit dem Auszug des Kioskbetreibers kann endlich mit dem Abriss des Turmes angefangen werden. «Der Beginn ist im Januar, die Anwohner wurden bereits informiert. Inwendig wird in der zweiten Woche im Januar begonnen, sichtbar wird der Rückbau ab der dritten Januarwoche sein», so Grossgaluser. Dauern werde der Rückbau schätzungsweise zwei bis drei Wochen.

Dadurch, dass der Turm nun rückgebaut werden kann, sei man im Zeitplan, wie Grossglauser sagt. Und dies wird ab Februar nicht nur durch das langsame Verschwinden des Wahrzeichens der Halle wahrnehmbar sein: «Der Hügel wird abgetragen. Damit beginnen wir im Februar langsam, die Hauptzeit dieser Etappe ist das Sommerhalbjahr 2016. Bis Mitte diesen Jahres soll das dann alles fertig sein, damit vor der Wintersaison alles fertig ist. Der erste dort anfallende Termin sind die Swiss Indoors (diese beginnen am 22. Oktober, Anm. d. Red.).»

Die momentane Etappe gilt der Nordseite der 1975 erbauten Halle, also jener bei der Tramhaltestelle vis à vis vom Joggeli. Und dort wird jetzt deshalb auch das erste neue Stück der Halle hingebaut: «Das neue Foyer wird errichtet, dessen Dach besteht bis zum Trottoir vorne aus Beton.» Abgeschlossen wird das 100-Millionen-Franken-Projekt Umbau und Sanierung St. Jakobshalle im Jahr 2018.

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