«ZaZaa» und «Kleine Freiheit»

Der Konflikt mit dem umstrittenen Basler Wirt eskaliert

Demonstrierende vor den betroffenen Restaurants: «Hier werden Rechte mit Füssen getreten.»

Demonstrierende vor den betroffenen Restaurants: «Hier werden Rechte mit Füssen getreten.»

Bereits im September wurden Vorwürfe gegenüber dem Geschäftsführer der Restautants «ZaZaa» und «Kleine Freiheit» laut. Letzten Freitag kam es nun zu einer öffentlichen Aktion.

Etwa fünfzehn Mitglieder der Interprofessionellen Gewerkschaft der ArbeiterInnen IGA und einige Aktivisten versammelten sich am Freitagabend vor dem Restaurant «Kleine Freiheit» am Erasamusplatz und dem «ZaZaa» am Petersgraben. Mit Megaphon und Transparenten kritisierten sie die dortigen Arbeitsbedingungen.

«Die beiden Betriebe gehören zu der Aasamo Gastro Gmbh und werden von Ismail Korkut geführt. In diesen beiden Betrieben und allen anderen der Aasamo Gastro Gmbh herrschen gravierende Missstände», rief ein junger Mann. An der Aktion nahmen keine aktuellen und ehemaligen Mitarbeitenden teil. Es sei ihnen zu heikel, sich erkennbar zu zeigen, so Elias Blochvon der IGA.

In einem Video, das die IGA am Sonntagabend auf Twitter teilte, ist Folgendes zu sehen: Die Demonstrierenden verteilen Flyer an Gäste und Passanten. Kurz darauf marschieren sie zur Eingangstür der Kleinen Freiheit und rufen «hier werden Rechte mit Füssen getreten». Sie werfen Flyer in das Restaurant. Noch bevor sie den Raum betreten, kommt ihnen Ismail Korkut, der Geschäftsführer der Aasamo Gastro GmbH, entgegen und wird handgreiflich. Der junge Mann, der ganz vorne steht, fällt zu Boden.

Ehemaliger Manager entlassen

Die Vorwürfe von ehemaligen und aktuellen Mitarbeitenden der ZaZaa Restaurants und der «Kleinen Freiheit» machte diese Zeitung bereits im September öffentlich. Damals ging es um willkürliche Kündigungen, lange Schichten ohne Pausen, finanzielle Ausnützung und psychischen Druck. Im Namen der Geschäftsleitung reagierte der Manager Umut Köylü auf die Vorwürfe: Er gab einige Fehler zu und begründete sie mit der schlechten Führung der ehemaligen Restaurantmanagerin.

Da diese nun entlassen sei, würden die Mängel behoben. Nun, nicht ganz zwei Monate nach diesen Aussagen, hat Ismail Korkut auch Köylü entlassen, so berichtet Bloch, der mit den Mitarbeitenden in Kontakt steht.

Die Demonstration war schon länger geplant: «Wir wollten einerseits darauf aufmerksam machen, dass die Probleme längst nicht gelöst sind, und andererseits auf die strukturelle Komponente hinweisen. Ismail Korkut kann nur deswegen willkürliche Kündigungen aussprechen, weil der im Gesamtarbeitsvertrag verankerte Kündigungsschutz so schlecht ist. Die Vertragspartner, unter anderem Gastrosuisse, sind mitverantwortlich», so Bloch.

Korkut war am Freitagabend mit seiner sechsjährigen Tochter in der Kleinen Freiheit

Dort wollte er mit ihr und einem Freund zu Abend essen. Mit ihrer Aktion hätten die Demonstrierenden seine Tochter, die Gäste und Mitarbeitenden erschreckt und verängstigt, hält Korkut in einer Stellungnahme fest. Er wirft ihnen vor, dass sie in das Restaurant gestürmt seien und dass sie ihn mit Fäusten geschlagen hätten, nachdem er den jungen Mann an der Jacke gepackt hat.

Zu der Kritik an den Arbeitsbedingungen und der Kündigung des Managers Umut Köylünahm Korkut gegenüber dieser Zeitung keine Stellung. Gemäss den Aussagen von Bloch hat sich die Lage kaum geändert: «Anfänglich schien es, als ob sich die Situation verbessern würde.

Nach unseren Informationen wurde das Trinkgeld ausgezahlt und wir hatten den Eindruck, dass der psychische Druck der Geschäftsleitung auf die Angestellten abnahm. Die Hoffnung auf Besserung ist mittlerweile aber verflogen. Es kam wieder zu willkürlichen Kündigungen.»

Inzwischen haben sich laut Bloch weitere Personen bei der IGA gemeldet. In Kürze werden wieder offene Treffen für aktuelle und ehemalige Angestellte abgehalten, bei denen das weitere Vorgehen geplant werden soll.

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