Schifflände
Der «Lällekönig» findet keine neuen Pächter – wird aus der ehemaligen Beiz bald ein Laden?

Die Besitzer lassen die Räume derzeit komplett renovieren. Interessenten gibt es, aber die Suche gestaltet sich als schwierig. Statt ein Restaurant könnte auch ein Laden kommen.

Rahel Koerfgen
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Baustelle im Januar: Prominente, aber für Restaurants nicht ideale Lage: das Lokal an der Schifflände.
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Die Besitzer lassen die Räume komplett sanieren.
Lällekönig

Baustelle im Januar: Prominente, aber für Restaurants nicht ideale Lage: das Lokal an der Schifflände.

Nicole Nars-Zimmer niz

Fast ein Jahr ist bereits seit der Schliessung des Restaurants Lällekönig am Grossbasler Brückenkopf vergangen. Ende Februar wurde der Konkurs über die Beiz an prominentester Lage eröffnet; seither streckt der Lällekönig links über dem Eingang mutterseelenallein seine Zunge gen Kleinbasel.

Das Lokal wurde noch nicht weiterverpachtet oder -vermietet, wie Thomas Wick von der Besitzerfamilie des Eckgebäudes an der Schifflände auf Anfrage der bz sagt: «Es gibt zwar diverse Interessenten und wir haben einige Gespräche führen können, konkret ist aber noch nichts.» Derzeit sei man daran, die Räume im Erdgeschoss von Grund auf zu sanieren. «Das ist dringend nötig, da fast 40 Jahre lang gar nichts gemacht wurde», sagt Wick.

Die Räume würden sich derzeit im Rohbau befinden, bezüglich Ausbau sei Vieles möglich. «Es muss nicht unbedingt ein Restaurant sein, ein Laden könnte sich ebenso einmieten. Es besteht auch Interesse von dieser Seite», so Wick weiter.

30 Jahre lang Steaks

Die jüngere Vergangenheit der Räume an der Schifflände 1 sind rein gastronomischer Natur. Josef Wick, der Grossvater von Thomas Wick, führte die Beiz viele Jahrzehnte lang. Er war es, der 1941 den Lällekönig aus getriebenem Kupferblech über der Eingangstüre anbrachte und so dem Restaurant den Namen gab. Es handelt sich übrigens um eine Kopie: Das Original befindet sich im Historischen Museum und zierte dereinst das Rheintor auf der Grossbasler Seite.

Der nachgebildete Lällekönig von Josef Wick blieb auch hängen, als in den 1970er-Jahren das «Churrasco» an der Schifflände 1 einzog. Bis 2004, nahezu 30 Jahre lang, wurden saftige argentinische Steaks zu noch saftigeren Preisen verspeist. Seit 2004 hat das Restaurant seinen Originalnamen zwar wieder, es folgten aber diverse Pächterwechsel.

Offen gegenüber Neuem

Dass der «Lällekönig» bereits ein Jahr lang leer steht, mag angesichts der prominenten Lage erstaunen. Ein idealer Ort für ein Restaurant, könnte man denken. Dem sei nicht unbedingt so, sagt Wick: «Es handelt sich zwar um einen frequentierten Ort, jedoch stören sich potenzielle Pächter daran, dass nicht herausgestuhlt werden kann», sagt Wick. Deshalb habe sich die Familie entschieden, offen gegenüber neuen Konzepten zu sein. Im Frühling 2018, so die Absicht der Besitzerfamilie, soll ein Entscheid bezüglich der neuen Mieter oder Pächter für das Lokal im Erdgeschoss der Liegenschaft fallen.

Bleibt zu hoffen, dass der Lällekönig auch weiterhin seine Zunge rausstrecken und mit den Augen rollen darf – egal, ob nun dereinst ein Restaurant oder ein Laden an der Schifflände 1 eröffnen wird.