Die Restaurants Gaststube, Wettsteinstube und Le Français servieren Schweizer, italienische und französische Küche. Das Le Français wird im Gault Millau Führer 2013 neu mit 14 Punkten ausgezeichnet. Diese Punkanzahl ist nötig, um in dem Führer aufgenommen zu werden. Das Besondere daran: Alle drei Restaurants gehören demselben Pächter und bilden zusammen den Landgasthof Riehen.

Gleiche Zutaten für alle drei

«In allen Restaurants werden dieselben Grundzutaten verwendet», sagt Pierre Buess, der zusammen mit Nora Dokhane den Landgasthof leitet. Nur sechs Monate nach der Eröffnung erhielt das Le Français die Auszeichnung. Ungewöhnlich ist dies, weil Gault Millau nach Chefwechseln und bei Neueröffnungen laut eigener Aussage eher zurückhaltend bewertet. «Der Chefkoch David Benoît und ich waren elf Jahre lang im Restaurant Stucki im Bruderholz ein Team», sagt Buess. Die Tester kennen die Erfahrung des Kochs und des Unternehmers, auch deswegen sei die frühe Bewertung zustande gekommen. «Die 14 Punkte verdanken wir dem gesamten Team des Landgasthofs.»

Das prämierte und Restaurant, die Gaststube, und die Wettsteinstube sind räumlich voneinander getrennt. Genau hier sieht Heinrich Ueberwasser, SVP-Grossrat und Präsident des Einwohnerrats von Riehen, aber die mögliche Problematik der Auszeichnung. «Ich gratuliere Pierre Buess und seinem Team.» Jedoch dürfe es durch die Trennung der Restaurants keine Zweiklassengesellschaft aus gut betuchten und sparsameren Gästen geben. «Der Wurstsalat muss ebenso 14 Punkte haben wie der Rehrücken», findet Ueberwasser. Er hatte vor vier Jahren eine Petition für die Rettung des Landgasthofes lanciert. «Der Gasthof muss Platz haben für alle soziale Schichten», sagt er. Dies sei die Bedingung, die die Gemeinde für die günstigen Rahmenbedingungen an den Pächter stelle.

Gegen Zweiklassengesellschaft

Ueberwasser wünscht sich, dass die räumliche Trennung der Restaurants überdacht wird. «Es muss weiter die Ambition von Pierre Buss und Nora Dokhane sein, den Spagat zwischen Dorfbeiz und grosser Küche zu schaffen.» Buess hingegen glaubt nicht, dass sich bei ihm eine Zweiklassengesellschaft entwickeln könnte. «Wir verwenden für beide Restaurants dieselben Zutaten und machen die Saucen selber. Der Saal des Le Français sei zudem am Sonntag und am Montag für alle Gäste zugänglich. Die Trennung der verschiedenen Restaurants erachtet Buess als sinnvoll und wichtig, um den verschiedenen Kunden zu entsprechen. «Es ist möglich, in allen Restaurants von allen Karten zu bestellen», fügt er hinzu.

Buess ist ehrgeizig: Der 15. Gault Millau Punkt ist das Ziel. Innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre will er dieses zusammen mit seinem Team umsetzen. Von dem Konzept, Gourmets und Stammtisch unter einem Dach in verschiedenen Räumen zu vereinen, ist Buess überzeugt.