Diese Tausendernote hat mehr Wert als aufgedruckt: Gestern gab die Basler Regierung bekannt, dass die übermorgen Samstag stattfindende Tanzparade Jungle Street Groove erstmals mit 1000 Franken aus dem Swisslos-Fonds unterstützt wird.

Gewicht hat der Beitrag, da er die Lösung im Gebührenstreit darstellt. Ab nächstem Jahr erhalten alle Veranstalter, die aus dem Swisslos-Fonds unterstützt werden, einen vollständigen Gebühren- und Kostenerlass. Damit kann der Jungle Street Groove künftig rechnen. «Wird der Anlass wieder sauber aufgegleist, ist er wieder unterstützungswürdig», sagt Swisslos-Fonds-Verwalterin Doris Schaub.

Vollen Polizeikosten berechnet

Die Gebührenerlassregelung hat die Regierung dieses Jahr beschlossen. Gleichzeitig ist dieses Jahr eine andere Gebührenregelung der Regierung in Kraft getreten, welche die Existenz der Parade gefährdet hat. Neu müssen Veranstalter die vollen Kosten für den Polizeieinsatz bezahlen. Dem Jungle Street Groove stellt der Kanton deshalb dieses Jahr neu 7000 Franken in Rechnung.

Die Non-Profit-Veranstaltung brachte dies in die Bredouille. Eine Spendenaktion rettete den Event. Künftig hätte das nicht mehr funktioniert: «Die Spendenaktion war eine reine Feuerwehrübung. Viele Leute haben grössere Beträge gespendet, weil sie die Veranstaltung retten wollten. Das würden sie aber nicht jedes Mal machen», meint Mitorganisator Guy Schvitz.

Dank der Gebührenerlassregelung, die am 1. Januar 2013 in Kraft tritt, war die Feuerwehrübung voraussichtlich nur dieses Jahr nötig. Der Hintergrund der Gebührenerleichterung: Die Regierung will verhindern, dass Swisslos-Fonds-Gelder zurück in die Staatskasse fliessen. Der aktuelle Fall zeigt aber, dass die Bewerbung um kleine Beiträge durch die neue Regelung erst interessant werden kann.

«An den Regierungssitzungen sind die Swisslos-Fonds-Beiträge oft am umstrittensten», berichtet Regierungspräsident Guy Morin. Diesen Satz sagte er in anderem Zusammenhang: Er wollte unterstreichen, dass die sieben Regierungsräte bei den wirklich wichtigen Geschäften am selben Strick ziehen. Künftig werden die Lotteriefonds-Gelder wohl noch mehr zu reden geben.