Der Bankier Johann Jakob Speiser war ein umtriebiger Financier, Unternehmer und Mitgründer der Schweizerischen Centralbahn. 1845 liess er am Marktplatz sein Wohnhaus bauen, dass gleichzeitig das Domizil seiner «Bank in Basel» war. Speiser schlug damals einen einheitlichen Schweizer Franken und ein entsprechendes Münzgesetz vor. Dieses wurde 1850 angenommen. Der Franken orientierte sich wertmässig am Franc.

Zuvor lag die Münzhoheit bei den Kantonen, was den Handel enorm erschwerte. Im Umlauf waren 300 verschiedene Münzformen. (Immerhin gab es schon 1819 den alten Schweizer Franken, an dem sich 19 Kantone beteiligten). Die Bank in Basel fungierte zusammen mit der Berner «Deposita Cassa» als Notenausgabestelle, wobei sie in Basel auf Franc lauteten, in Bern und Lausanne auf Ecu, in St. Gallen auf österreichische Gulden und in Zürich auf Brabanter Taler…

Geschichte voller Fusionen

Doch die Tage der Bank in Basel waren gezählt. Die Nationalbank als Zentralbank wurde ins Leben gerufen, die Bank in Basel ging im Bankverein auf. Dafür kam der erste lokale Sitz der Nationalbank an den Marktplatz. 1919 zog die Banque de l’Alsace et de Lorraine ins Gebäude, und es begann eine neue, 105-jährige Geschichte (vgl. nebenstehende Zeittabelle).

Treppen-Depot im Museum

Gestern präsentierte die Bank CIC (Suisse), wie sie heute heisst, die Sanierungsarbeiten an den Gebäuden Marktplatz 11 und 13. CEO Thomas Müller zeigte sich überaus glücklich über die Renovation und betonte auch die gute Zusammenarbeit mit den Baubehörden und der Denkmalpflege, welche den Umbau begleitete. Während der knapp zweijährigen Erneuerungsarbeiten wurden am Marktplatz in 13 Etappen die Gebäudestatik verstärkt, das Treppenhaus erneuert, die Klimatisierung modernisiert und die Gebäudetechnik sowie die Sanitäranlage auf den neusten Stand gebracht.

Auch am Marktplatz 11 wurden diese Arbeiten durchgeführt. Das Haus ist jetzt rollstuhlgängig. Seit Beginn der Sanierungsarbeiten wurden gut 30 Tonnen Bauschutt entsorgt. Die Renovation kostete rund eine Million Franken.

Noch warte eine im frühen 20. Jahrhundert herausgerissene, prächtige Eichentreppe auf ihren Wiedereinbau, bemerkte Thomas Lutz, der stellvertretende. Kantonsdenkmalpfleger, in seinem Referat. Man habe die Treppe damals im Historischen Museum deponiert, «offenbar, weil man ein schlechtes Gewissen hatte». Müller: «Na ja, wir haben das gehört. Wir werden das beim nächsten Umbau in Betracht ziehen. Aber es wird eine Weile dauern, bis die nächste Sanierung kommt.»

Die Geschichte des Hauses Marktplatz 13 geht bis in das 13. Jahrhundert zurück. Es war die ganze Zeit im Besitz der Zunft zu Weinleuten beziehungsweise Geltenzunft. In Basel arbeiten bei CIC rund 170 Personen, dies den Standorten Marktplatz 11 und 13, an der unteren Freien Strasse und in der Alten Hauptpost. Die Banque CIC (Suisse) unterhält neben ihrem Hauptsitz in Basel ein Netz an Standorten in allen Schweizer Sprachregionen, welches Zürich, Genf, Lausanne, Neuchâtel, Fribourg, Sion, Lugano und Locarno umfasst.

Die Gruppe Crédit Mutuel-CIC ist mit 7,5 Millionen Genossenschaftern und über 30 Millionen Kunden die zweitgrösste Retail-Bank Frankreichs. Die Gruppe verfügt über ein aktuelles Rating von Aa3 (Moody’s), respektive A (S&P) und A+ (Fitch). Ein gestern präsentierter Kurzfilm erzählt in Auszügen die Geschichte des prominenten Zunfthauses am Marktplatz 13, das noch heute im Besitz der Basler Zunft zu Weinleuten ist. Zunftmeister Jürg Gutzwiller führt als Erzähler durch die Geschichte des Zunfthauses.