Helge Schneider
Der Meister der Narrenfreiheit im Theater Basel

Kein anderer versteht es so gut, die Improvisationskunst des Jazz in Comedy zu verwandeln. Heute Abend tritt Helge Schneider im Musik Theater Basel auf.

Marc Krebs
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«Das Gute an Basel: Die Stadt liegt so nah»: Mit Sätzen wie diesen wusste Helge Schneider in der Vergangenheit das Schweizer Publikum zu begrüssen. Charme und Schalk, das sind zwei grosse Qualitäten, die der Künstler aus dem Ruhrpott gekonnt vereint. Man lacht mit ihm – und man staunt über ihn: Denn Helge Schneider versteht es wie kein anderer musikalischer Clown, zu improvisieren.

Der Hang zur Spontaneität lässt sich auf seine Anfänge zurückführen: So versuchte er sich zunächst als Pianist durchzuschlagen. Doch die Lust auf seriösen Jazz verging ihm noch in den 1970er-Jahren, «weil ich lieber spielte als übte. Daher taugte ich nicht wirklich als Band- oder Studiomusiker», wie er offenbart.

Also besann sich Schneider auf sein zweites Talent: die Komik. Er begann, Konzerte mit Klamauk zu kombinieren, und machte sein Aussenseitertum zum Programm.

Einzigartiger Improvisator

Schneider überführte die Improvisationskunst des Jazz in seine Moderationen, er erfand auf der Bühne wilde Geschichten und lud seine Lieder mit dadaistischen Inhalten auf. Erst spät wurde er für seine Unnachgiebigkeit belohnt, denn als ihm 1993 der grosse Durchbruch gelang («Katzenklo», «Es gibt Reis, Baby»), da ging der Familienvater schon gegen die vierzig.

Heute ist Helge Schneider 61 und füllt mit seiner Nische weiterhin ganze Säle: Dass kein Konzert wie das andere ist, seine Unberechenbarkeit hält auch sein Publikum bei Laune. Und macht ihn ziemlich einzigartig.

Völlig bedeutungslos

Seine aktuelle Tour führt ihn für einmal ohne Begleitmusiker in die Schweiz: «Radio Pollepopp» steht für eine One-Man-Show, heisst es im Tourbeschrieb. Doch das soll nichts bedeuten. Denn die Slogans sind nicht nur absichtlich dämlich, sondern auch völlig bedeutungslos.

Was er auf die Bühne bringt, entscheidet sich meist erst im Moment – und anhand der eingepackten Instrumentarien: Gut möglich, dass er über seine struppige Frisur eine Perücke stülpt, die sich kaum von seinem Echthaar unterscheidet, und diese Aktion zu einer ganzen Nummer ausbaut. Oder dass er einen Flamenco auf der akustischen Gitarre anstimmt und dazu spanisch anmutende (aber komplett sinnfreie) Wörter summt.

Helge Schneider mit Radio Pollepopp am 4. März im Musical Theater Basel.