Baden ist im Dreiland mit Abstand die Region, in der am meisten Spargeln angebaut werden. Allein in Südbaden sind 1000 bis 1100 Hektaren mit dem edlen Gemüse bepflanzt, das Elsass ist da mit 500 Hektaren bescheidener und in der Nordwestschweiz gibt es nur vereinzelte Spargelbauern.

«Wir haben vor drei Wochen mit der Ernte begonnen. Sie ist gut angelaufen. Unsere Stärke sind die kurzen Wege zum Kunden», berichtet Lorenz Boll, beim Erzeugergrossmarkt Oberrotweil im Kaiserstuhl für den Verkauf zuständig. In Südbaden habe der Anbau noch einmal um drei bis fünf Prozent zugenommen, fügt er hinzu.

Während die Preise am Anfang der Ernte verrückt gespielt haben und in einem Weiler Biosupermarkt über 24 Euro das Kilo erreichten, haben sie sich jetzt bei 10 Euro für die beste Kategorie eingependelt, wie Hans Lehar bestätigt. Er ist Geschäftsführer der Obst- und Gemüseabsatzgenossenschaft Nordbaden, die mit jährlich 5500 bis 6000 Tonnen der wichtigste Produzent in Baden ist. «Für uns ist die Schweiz ein wichtiger Markt», erzählt Lehar.

7.40 Euro die Stunde

Sorgen bereitet den deutschen Spargelbauern der Mindestlohn, der ab 2015 sukzessive eingeführt wird. Er steigt von 7.40 Euro die Stunde im ersten Jahr über 8 Euro 2016 auf 8.50 Euro 2017. «Die Spargelpreise sind in Deutschland eher rückläufig. Die Frage ist, ob sich höhere Preise aufgrund der neuen Löhne am Markt durchsetzen lassen», analysiert Lorenz Boll.

Im Elsass, wo es den Mindestlohn schon seit Jahrzehnten gibt, dürfte die Entwicklung mit Genugtuung aufgenommen werden. Der französische Mindestlohn liegt derzeit bei 9.61 Euro die Stunde, mit Sozialabgaben bei 11.50 Euro. Philippe Sigrist, im elsässischen Landwirtschaftsverband für Spargeln zuständig, sagt: «Es ist doch normal, dass die Erntehelfer auf beiden Seiten des Rheins gleich bezahlt werden.» Während die Anbaufläche im Nordelsass stabil geblieben sei, habe sie im Süden leicht zugenommen.

Viele der in der Region produzierten Spargeln werden von den Bauern direkt an die Kunden verkauft. So macht es auch Walter Girroy, Spargelbauer aus Village-Neuf. Da er 73 Jahre alt ist und kürzertreten will, hat er seine ursprünglich drei bis vier Hektaren auf zwei Hektaren reduziert. Wie viele seiner Kollegen hat er Mitte April mit der Ernte begonnen, die voraussichtlich bis Mitte Juni dauern wird.

Nach vier Jahren hat Girroy seine Preise erstmals um 50 Cent das Kilo erhöht und liegt jetzt bei 9 Euro für Spargeln der ersten Kategorie und 7 Euro der zweiten Kategorie. Nach seinem Wunschwetter befragt, antwortet der Elsässer: «Die Spargeln lieben Wärme und Feuchtigkeit. Ideal wäre es, wenn es am Abend ein wenig regnet.»

Erntestart verzögert

Zu den wenigen Spargelbauern in der Nordwestschweiz gehört Thomas Wiesner vom Beeriland in Bottmingen. Da sein Hof auf dem Bruderholz mit 365 Meter höher liegt als die Höfe der Kollegen in der Rheinebene, hat sich der Erntestart um zwei Wochen verzögert. «Das Wetter war nicht so optimal. Es gab viel Niederschlag und der Boden war relativ kalt», sagt Wiesner.

Er baut auf 2,2 Hektaren weissen Spargel an und hat letztes Jahr 1,3 Hektaren dazu gepflanzt. Seit Donnerstag hat Wiesner seinen Verkaufsstand an der Therwilerstrasse geöffnet und bietet Spargeln der ersten Kategorie für 15 Franken das Kilo und der zweiten Kategorie für 12 Franken an.

Die Basler Personenschifffahrt bietet am 2., 3., 10., 17. und 31. Mai eine Spargelfahrt mit 3-Gang-Menu an. Info: www.bpg.ch