Gerne wird in Basel über das Nachtleben gestritten. Eine «Schlafstadt» finden die einen, ein «unterschätztes Bijou» die anderen. Sicher ist: Ohne die untere Feldbergstrasse wäre Basel vor allem Ersteres.

Fast Tür an Tür befinden sich die Friends Bar, die Lady Bar mit dem dazugehörenden Restaurant Feldberg und die Agora Bar - drei stadtbekannte Institutionen für Basler Nachtschwärmer und Hipster.

Die kultige Friends Bar - eine Reverenz an die amerikanische 90er-Jahre-Sitcom «Friends» - wird umso lebendiger, je länger die Nacht dauert. Die Agora Bar ist ein knisterndes Lokal, wo Barbetrieb und Nachtleben ineinander übergehen - vor allem als dort noch DJs auflegen durften (die bz berichtete).

Und die Zwischennutzung Lady Bar hat sich in den alten Räumen eines Stripklubs zu einem der pulsierendsten Orten für Klubmusik in Basel gemausert.

Nachtleben ist fragil

«Ich weiss nicht, wie wichtig die Lady Bar für Basel ist. Aber für das Quartier ist sie extrem wichtig», sagt Lady Bar-Betreiber Tom Brunner. Dieses mache eine Transformation durch, es ziehe junge, kreative Leute an. «Wir schaffen das Nachtleben - die Ergänzung dazu», sagt Brunner.

Eine Entwicklung, mit der viele Anwohner Mühe hatten. «Für die Quartierbewohner war schwierig, dass das Nachtleben von null auf hundert zugenommen hat. Die Agora Bar und die Lady Bar kamen praktisch gleichzeitig zur Friends Bar dazu», sagt Theres Wernli vom Stadtteilsekretariat Kleinbasel. Sie habe aber den Eindruck, dass Anwohner und Barbetreiber mittlerweile aneinander vorbei kommen.

Der Hype sei ein wenig vorbei. Und: «Gerade die Lady Bar macht viel um ihr Lärmproblem in den Griff zu kriegen. Die Anwohner anerkennen diese Bemühungen auch.»

Ohnehin ist unklar, wie lange die Feldbergstrasse noch pulsiert. Die Agora Bar schliesst schon nächsten Monat definitiv. Und der Zwischennutzungsvertrag der Lady Bar mit der Liegenschaftsbesitzerin Immobilien Basel-Stadt (IBS) läuft im Frühling 2015 aus. «Das Kleinbasel ist nicht wie Berlin oder Hamburg, wo es ein breites kulturelles und gastronomisches Angebot gibt. Wenn ein Betrieb kommt oder geht, spürt man das nicht so. Hier ist es hingegen sehr fragil», sagt Tom Brunner.

Was wollen die Quartierbewohner?

Für ihn sei die Ecke Klybeckstrasse/Feldbergstrasse der urbanste Ort der Stadt. «Das sollten die Behörden pflegen und der Sache eine Chance geben.»

Wie es mit der Liegenschaft an der Feldbergstrasse 47, wo die Lady Bar beheimatet ist, weitergeht, ist noch offen. Klar ist nur: Oben, wo jetzt Asylbewerber untergebracht sind, kommen Wohnungen rein.

Heute Abend findet eine Info-Veranstaltung statt. «Es geht darum, herauszufinden, was sich die Quartierbewohner wünschen», sagt IBS-Sprecherin Barbara Neidhart. Ob die Feldbergstrasse lebendig bleibt oder Wohnquartier wird, dürfte von dieser Entscheidung abhängen. Theres Wernli: «Viele im Quartier finden es gut, dass es dort etwas für die Öffentlichkeit gibt, und möchten keine Büros.»