Nachtleben
Der Nebel lichtet sich: Das passiert mit Kuppel, Nordstern und Schiff

Die Zukunft von Kuppel, Schiff und Nordstern scheint langsam klar zu sein. Wir beantworten fünf Fragen, wie es mit den Basler Clubs weiter geht.

Nicolas Drechsler
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Die Kuppel ...
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Clubs in Basel: Nordstern, Kuppel und Schiff
Nun haben sich die Betreiber des Nordstern (im Bild) und der Kuppel zusammengetan. (Archiv)

Die Kuppel ...

Nicole Nars-Zimmer niz

Man kann gegen House, EDM, Dancehall, Electronic oder Rock sagen, was man will, die Musikstile zeichnen sich wenigstens durch klare Rhythmen aus. Die Clubs dagegen, in denen diese und andere Stilrichtungen gespielt werden, sorgten in den vergangenen Wochen und Monaten vor allem für ein Informationschaos. Das liegt vor allem wohl auch daran, dass die Clubbetreiber untereinander bereits schon verbandelt waren und nun noch enger zusammenrücken. Und entsprechend jeweils aufeinander Rücksicht nahmen. Und daran, dass die Diskussionen um die Basler Club- und Jugendkultur politisch seit längerem einigermassen aufgeladen sind.

Schwierige Kommunikation

Nun erscheint plötzlich vieles klarer, die Betreiber kommunizierten heute Mittwoch endlich ihre Absichten. Die beiden Platzhirsche, Agron Isaku vom «Nordstern» und Simon Lutz von der «Kuppel» teilten mit, sie würden in Zukunft das Schiff gemeinsam betreiben. Und Lutz liess sich auch endlich in die Karten blicken, wie es mit der Kuppel weitergehen soll, deren Neubauprojekt bereits 2002 von der damaligen Baudirektorin Barbara Schneider vorgestellt wurde. Seit 14 Jahren schimmelt nun das alte Bottazelt im Nachtigallenwäldeli einer ungewissen Zukunft entgegen. Und beweist eine erstaunliche Standhaftigkeit gegenüber der Zeit und den Elementen. Wer macht nun wo und wann was?

1. Wie geht es mit der Kuppel weiter?

Die alte Kuppel schliesst Anfang April ihre Türen. Danach soll ab Herbst 2016 die neue Kuppel gebaut werden, nach den bereits 2002 präsentierten Plänen der Lost Architekten. Allerdings müssen diese offenbar noch einmal überarbeitet werden, die Rede ist von einer Überprüfung der «Betriebsfunktionalität» und der Baukosten. Der Zeitpunkt des Spatenstichs für den Neubau hängt mit dem Abriss der alten Kuppel und der Sanierung des Bodens zusammen, die aufgrund von Altlasten vorgenommen werden muss. Die Eröffnung der neuen Kuppel soll im Frühling 2018 gefeiert werden.

2. Wer betreibt die neue Kuppel?

Den Bau und den Betrieb der neuen Kuppel soll die Stiftung übernehmen, die Simon Lutz seit Monaten ankündigte und die letzte Woche nun von ihm und seinem Weggefährten Stephan Werthmüller gegründet wurde. Woher die Gelder kommen, werde nicht kommuniziert, es handle sich um anonyme Spender. Zusätzlich zu den beiden sind die SP-Politiker Sebastian Kölliker (Jugendkulturfestival) und Tobit Schäfer (Rockförderverein) im Stiftungsrat. Die beiden Jugendmusik-Aktivisten werden wohl insbesondere mit dem Betrieb der Bandproberäume, die der Kanton für 1,7 Millionen Franken in der Kuppel einrichten will, und dem angekündigten «nicht kommerziellen Programm» beschäftigt sein.

3. Wie sieht das rechtlich aus?

Grundsätzlich hat die Verantwortung die QPL AG von Simon Lutz und Stephan Werthmüller. Die beiden sind die Baurechtsnehmer, die vom Kanton das Gelände im Nachtigallenwäldeli zugesprochen bekommen haben. Wie der Vertrag aussieht ist unbekannt, ebenso die Höhe des Baurechtszinses. Diese Informationen seien nicht für die Öffentlichkeit bestimmt, hat die Kantonsverwaltung befunden.

Die AG leiht das Gelände nun kostenlos an die Stiftung aus, die sich um die Finanzierung des Baus und den Bau kümmert. Sie übernimmt aber auch den Betrieb, was auch steuertechnisch von Vorteil sein dürfte.

4. Was geht nun mit dem Nordstern?

Der Nordstern verliert seine angestammte Heimat am Voltaplatz. Doch nun ist eine neue Lösung gefunden. Agron Isaku und Simon Lutz haben zusammen eine Firma gegründet, die den Techno-Schuppen auf das Veranstaltungsschiff holt. Dieses soll in Zukunft wieder an seinem angestammten Platz am Westquai liegen.

Neben dem Clubangebot des Nordstern, das die Unterdecks bespielen wird, soll auf dem Oberdeck das Restaurant Acqua von Simon Lutz eine Bleibe finden, während im Nachtigallenwäldeli gebaut wird. Derzeit ist das Schiff in Holland, wo die künftigen Betreiber es nach ihren Wünschen umbauen lassen.

5. Was ist das öffentliche Interesse?

Das Interesse begründet sich in zwei Aspekten. Einerseits haben verschiedene Politiker im letzten Jahr das «Basler Clubsterben» heraufbeschworen, weil verschiedene Zwischennutzungen, darunter auch der Nordstern, vor dem Ende standen. Zum anderen ist da die Frage der Baurechtsvergabe an die QPL AG und die damit verbundene Frage, wie marktgerecht der Baurechtszins ist. Ausserdem sieht die Stadt in der Zone mit Kuppel und Acqua auch eine Art Verpflegungszone im neuen Nachtigallenwäldeli als gewährleistet an.

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