Botond Roska erforscht mit seinem Team die Funktionsweisen der Netzhaut, des Thalamus und des Grosshirns, um visuelle Fehlfunktionen besser zu verstehen und auf Ebene der beteiligten Zellen und Schaltkreise zu heilen, hiess es in einer Mitteilung der Stiftung Louis-Jeantet von gestern. Für seine Arbeit verleiht ihm die Stiftung den mit 500'000 Franken dotierten Preis für Medizin – offiziell am 10. April in Genf.

Der 1969 in Ungarn geborene Neurobiologe ist einer der beiden Gründungsdirektoren des Ende 2017 neu aus der Taufe gehobenen Instituts für molekulare und klinische Augenheilkunde in Basel (IOB), das von der Universität und vom Universitätsspital Basel sowie vom Pharmakonzern Novartis finanziert wird.

Roskas Arbeit fokussiert auf Netzhauterkrankungen und damit auf ein Gebiet, auf dem es in den letzten Jahrzehnten kaum medizinische Innovationen gab. Sein Ziel sei, dies zu ändern, hiess es kürzlich in einem Porträt des Forschers im Magazin «Horizonte» des Schweizerischen Nationalfonds SNF.

«Ich möchte mit meiner Arbeit dazu beitragen, dass blinde Menschen ihre Sehkraft zurückgewinnen», liess sich Roska dort zitieren. Dazu setzt er unter anderem auf spezielle Viren als Vehikel, um genetisch verändertes Material in erkrankte Zellen einzuschleusen und diese zu «reparieren».