Leitung
Der neue Direktor der Kaserne Basel ist Sandro Lunin

Sandro Lunin wird neuer Leiter der Kaserne Basel. Der 59-Jährige löst per Juli 2018 Carena Schlewitt ab.

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Sandro Lunin erzählt der Presse, wie er sich die Zukunft der Kaserne vorstellt.

Sandro Lunin erzählt der Presse, wie er sich die Zukunft der Kaserne vorstellt.

Kenneth Nars

Sandro Lunin übernimmt die Leitung der Kaserne Basel. Lunin ist einer der renommiertesten und profiliertesten Festivalmacher in Europa. Seit 2007 ist er künstlerischer Leiter des Theaterspektakels Zürich – mit grossem Erfolg. Zuvor leitete er das Theater Schlachthaus in Bern.

Lunin verfügt über ein globales Netzwerk und hat in Zürich markante Programmpunkte aus Asien und dem Weltsüden gesetzt. Mit seiner Vernetzung, Erfahrung, Neugier und Führungserfahrung sei er die richtige Wahl für das Basler Koproduktions-, Gastspiel- und Konzerthaus, heisst es in einer am Freitag verschickten Mitteilung.

Der Trägerverein erwarte, dass Lunin die Kaserne "mit eigenen Akzenten weiterentwickeln" werde. Er bringe spezielles Interesse mit für Künstler aus dem Süden der Welt und lege Wert auf Nachwuchsförderung, stilistische Vielfalt und Qualität. Gelobt wird auch sein Streben um gesellschaftlichen Ausgleich.

Lunin übernimmt das Amt von Carena Schlewitt. Die 1961 in Leipzig geborene Schlewitt übernimmt die Intendanz im Europäischen Zentrum der Künste Hellerau in Dresden, wie sie im September 2016 angekündigt hatte. Sie hatte die künstlerische Leitung der Kaserne Basel 2008 übernommen; zuvor war sie Kuratorin am Theater Hebbel am Ufer in Berlin gewesen.

Professionalisierung

Die Kaserne Basel ist ein subventioniertes Kulturhaus für die freie zeitgenössische Theater-, Tanz- und Performanceszene sowie für Populärmusik. Gemäss Website finden jährlich rund 270 Veranstaltungen mit 60'000 Besuchenden statt.

1978 als "Kulturwerkstatt Kaserne" gegründet, hat die auf die freie Szene fokussierte Institution diverse Krisen durchgemacht; zeitweise stand sie vor der Schliessung. Der Kanton hat der Kaserne immer wieder unter die Arme gegriffen. Zuletzt hat das Kantonsparlament im Dezember zwecks Professionalisierung die Subvention aufgestockt.

Während die Kaserne Basel primär frühere Stallungen und eine historische Reithalle der einstigen Basler Militärunterkunft nutzt, steht eine Sanierung und den Umbau des daneben zum Rhein hin gelegenen Hauptbaus für 45 Millionen Franken an. Dort sind Schulräume und Ateliers drin; ein Kulturhaus soll daraus werden. (bal/sda)