Basel und EWR
Der öffentliche Verkehr wächst bei Basel über die Grenzen

Basel endet nicht an den Landesgrenzen. Deutlich zeigt sich dies beim öffentlichen Verkehr. Die trinationale Kooperation bei Tram, Bus und S-Bahn soll in den nächsten Jahren weiter ausgebaut werden.

Peter Schenk
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Für den Euroairport ist ein Bahnanschluss geplant - dies ist nur ein Beispiel für grenzüberschreitenden öV.

Für den Euroairport ist ein Bahnanschluss geplant - dies ist nur ein Beispiel für grenzüberschreitenden öV.

Keystone

Voraussichtlich im Laufe des Jahres 2014 wird es möglich sein, von Basel mit dem 8er-Tram nach Weil am Rhein zu fahren. Das Projekt ist Teil des Agglomerationsprogramms des Bundes, der sich mit 44 Millionen Franken daran beteiligt und somit anerkennt, dass Teile des Grossraums Basel im Ausland liegen und es wichtig ist, auch diese für den öffentlichen Verkehr (öV) zu erschliessen. Das Vorhaben kostet 104 Millionen Franken. Neben dem Bund zahlen Basel und die BVB 38 Millionen. 22 Millionen Franken kommen vom Landkreis Lörrach, Baden-Württemberg und Weil am Rhein.

Die Tramlinie endet in der Nähe des Weiler Bahnhofs und ermöglicht das Umsteigen der Pendler von der S-Bahn auf das Tram. Mit der Verlängerung des 3er-Trams zum Bahnhof von Saint-Louis ist ein ähnliches Projekt im Südelsass geplant. Mit dem Bau wurde allerdings noch nicht begonnen und auch der Beitrag des Bundes steht noch nicht endgültig fest.

Bahnanschluss an Terminal

Die Tramverlängerungen sind nicht die einzigen Verkehrsprojekte in der trinationalen Agglomeration Basel. Fortschritte in der grenzüberschreitenden Kooperation werden beim Thema öV am deutlichsten.

So soll der Euro-Airport voraussichtlich bis 2018/2020 einen Bahnanschluss erhalten. Dafür muss eine sechs Kilometer lange neue Strecke gebaut werden, die an den Terminal führt und von Norden wie von Süden von der bestehenden Bahnlinie Basel-Mulhouse benutzt werden kann. Noch ist die Finanzierung des Projektes, das 270 Millionen Franken kosten soll, nicht geklärt.

Das Gleiche lässt sich für das Herzstück Regio-S-Bahn sagen, das mit 1,2 Milliarden Franken ungleich teurer würde. Die Durchmesserlinie, die unter dem Marktplatz den Badischen und den Bahnhof SBB verbinden soll, wäre essenziell für ein gut funktionierendes S-Bahnnetz, das die trinationale Agglomeration erschliesst.

Die Voraussetzungen für eine bessere Anbindung der deutschen S-Bahnlinien wurden durch die Eröffnung des Katzenbergtunnels, der Platz auf der herkömmlichen Bahnstrecke bringt, geschaffen. Ferner erhöht der Bau der neuen Eisenbahn-Rheinbrücke neben der Schwarzwaldbrücke in Basel, die kürzlich eingeweiht wurde, die Kapazitäten für die Fahrt zum Bahnhof Basel SBB; auch wenn dort noch Engpässe beseitigt werden müssen. Durch Umbauten im Badischen Bahnhof können die S-Bahnen aus dem Wiesental und Riehen schon seit 2006 weiter bis zum SBB geführt werden.

Buslinie nach Grenzach-Wyhlen

Bis 2016 soll zudem die Hochrheinstrecke Basel-Schaffhausen für 140 Millionen Franken elektrifiziert werden – Voraussetzung, um sie mit modernen S-Bahnzügen zu befahren. Mit der Verlängerung der Buslinie von Allschwil/Basel nach Grenzach-Wyhlen wurde eine Verbesserung bereits vor vier Jahren umgesetzt.