Einstimmig wurde die Motion angenommen, Widerspruch gab es dennoch. Und das vom vielleicht wichtigsten Player beim Thema Tourismus-Kooperation in der Trinationalen Agglomeration Basel (TEB), das sich das TEB-Parlament Districtsrat gestern in Saint-Louis als Hauptthema auf die Tagesordnung gesetzt hatte. Daniel Egloff, Direktor von Basel Tourismus, konnte mit den Forderungen, die Tourismus-Organisationen im trinationalen Raum Basel besser zu vernetzen und sie unter einer Dachmarke Basel zusammenführen, nicht allzu viel anfangen, und das sagte er auch.

Vorher hatte sein südelsässischer Kollege Eric Lefebvre, Direktor des Office du tourisme du Pays de Saint-Louis, das zehn Gemeinden und 50'000 Einwohner umfasst, bemängelt, dass in der trinationalen Tourismus-Kooperation Upper Rhine Valley mehr Basel-Stadt vermarktet werde, aber nicht sein direktes Umfeld. «Das touristische Potenzial des Rheins wird noch nicht ganz wahrgenommen», kritisierte er und wünschte sich eine konkrete Zusammenarbeit im Rahmen des TEB mit Basel als Drehpunkt. Egloff widersprach dem deutlich. «Aus der Sicht von Saint-Louis bringt es nichts, die internationalen Gäste Basels anzusprechen. Sie bleiben im Durchschnitt 1,9 Tage.» Sprich, sie werden nicht auch noch die Zeit finden, ins Südelsass zu fahren. «Mit der Bevölkerung Basels hat Saint-Louis den perfekten Markt vor sich und 200'000 Leute, die Zeit haben und die man als Zielgruppe ansprechen kann.» Das erschiene ihm als der effizientere Weg für Saint-Louis, als eine Basel-Marke zu schaffen.

Die Dreiland-Politiker reagierten konsterniert ob dieser klaren Absage. Daniel Egloff beeilte sich denn auch zu betonen, dass Basel Tourismus sich keineswegs gegen die Dreiland-Kooperation ausspreche und bereits heute mit der Stadt in drei Ländern werbe. Nichtsdestotrotz müsse sich Basel-Stadt, um auf dem internationalen Markt eine Chance zu haben, eindeutig positionieren und mache dies mit den Themen Kunst und Museen.

Positiv bewertete Egloff die Auswirkungen der Konus-Karte, über die Sabine Lang von der Werbegemeinschaft Markgräflerland berichtete. Die Karte ermöglicht es den Gästen, im gesamten Schwarzwald gratis den öV zu nutzen – auch bis Basel SBB und Badischen Bahnhof. «Bad Bellingen bietet regelmässig Stadtführungen in Basel an, die ausgebucht sind.» Als Wunsch äusserte sie, dass die Konus-Karte auch für das Basler Tram und im Elsass anerkannt werde. Geplant ist ferner, einen der vielen Velowege bis zu Augusta Raurica zu verlängern und das Markgräfler «Wi Wegli» bald bis Riehen zu führen.

Und die Tourismus-Motion? Sie wird jetzt an den TEB-Vorstand weitergeleitet – und dort wohl weiterhin für Diskussionen sorgen.