Sie haben am stärksten aufgerüstet: Die Basler Verkehrsbetriebe. 2011 waren es noch etwa 900, inzwischen stehen etwa 1275 Überwachungskameras im Einsatz. Diese teilen sich wie folgt auf: In den Bussen wird durch 415 Objektive gefilmt. In den Drämmli stehen 760 Kameras. «Sämtliche Fahrzeuge der BVB mit Ausnahme der Tram-Oldtimer-Fahrzeuge und der sechs Kleinbussen sind mit Videokameras ausgerüstet», sagt BVB-Sprecher Benjamin Schmid.

Die Aufrüstung geschah unter anderem auch aufgrund von Kritik – paradoxerweise durch den Datenschutz. Zuvor besass die BVB Kamera-Attrappen, die den Passagieren ein falsches Sicherheitsgefühl vorgaukelten.

Deeskalations-Kurse

Doch auch richtige Kameras führen nicht unbedingt zu mehr Sicherheit. Direktor Erich Lagler erweckte kürzlich an der Jahrespressekonferenz den Eindruck, dass Übergriffe auf Passagiere und gar das Fahrpersonal zugenommen hätten. Genaue Zahlen konnte der Betrieb bis gestern nicht bekannt geben.

Dennoch sagt auch Staatsanwaltschafts-Sprecher Peter Gill: «Eine abschreckende Wirkung kann bei möglichen Straftätern erzielt werden, welche eine Tat planen. Sogenannt ‹spontane› Delikte wie Schlägereien und Körperverletzungen lassen sich dadurch in der Regel nicht verhindern.» Geplant sind deshalb Deeskalations-Kurse für BVB-Mitarbeitende. Bereits ab diesem Sommer sollen das Tram- und Busfahrpersonal lernen, wie man Schlägereien verbal unterbindet.

Im Zusammenhang mit der Videoüberwachung sind die BVB kürzlich zudem in Kritik geraten. Die «Schweiz am Sonntag» machte publik, dass manchmal nicht genügend Datenträger für alle Kameras vorhanden sind. Eine Messer-Attacke wurde zwar gefilmt, allerdings konnten die Aufnahmen nicht gespeichert werden.