178 Meter hoch ist der Roche-Turm und er steht an der Grenzacherstrasse. Der Turm ist so hoch, dass er von fast jedem Punkt in Basel zu sehen ist. Das Verblüffende daran: Obwohl das Hochhaus im Wettstein-Quartier steht, wirkt es auch vom St. Johann, vom Bachletten oder vom St. Alban aus gesehen, wie wenn es gleich nebenan stehen würde. Eine optische Täuschung? «Vermutlich entsteht der Effekt, weil der Turm so hell ist», versucht Hubertus Adam, Direktor des Schweizerischen Architekturmuseums, die Wirkung des Turms zu erklären. Verglichen mit dem, was im Vordergrund zu sehen sei, wirke der Turm näher, als er in Wirklichkeit sei, weil er gross und hell sei. «Was dunkel ist, wird eher an den Horizont gedacht.» So ist das etwa beim Messeturm: Das dunkle Grün des Messeturms verleitet zur Annahme, der Turm stehe eher weit weg. Die Wirkung bleibt, selbst wenn man schon im Kleinbasel steht.

Wie der Dom in einer italienischen Stadt ist der Turm also von überall in der Stadt aus zu sehen. Hat er das Zeug zum neuen Orientierungspunkt? «Anders als ein Dom steht der Roche-Turm nicht im Zentrum, wo alle hinwollen, sondern am Rand der Stadt, wo man in der Regel nicht hin will», winkt Adam ab. Der Turm werde dank seiner schieren Grösse also zum Wahrzeichen von Basel, aber nicht zum Navigationspunkt in der Stadt. «So oder so prägt der Turm die Stadt», meint Adam. «Mit den weiteren Türmen wird der Roche-Bau noch stärker zum Wahrzeichen von Basel werden.»

Veranstaltung Am Sonntag, 1. Februar 2015, diskutieren unter anderen Regierungspräsident Guy Morin, Architekt Meinrad Morger und Alt-Stadtbaumeister Carl Fingerhut über die Architektur des Turms in einer Matinee-Veranstaltung des Schweizerischen Architekturmuseums in Basel.