Eine Szene kurz vor dem Ende war bezeichnend für das ganze Spiel der Basler. Nach einem unschönen Ellbogenschlag von Stäfas bestem Mann Nilsen an RTV-Kreisläufer Kuppelwieser kommt es zu einer Rudelbildung. Die ganze RTV-Bank springt auf und kommt seinem Mitspieler zur Hilfe. «Wir haben mit viel Emotionen und Freude gespielt. Das war der Grundstein für den hohen Sieg», meinte ein glücklicher Marko Vukelic nach der Partie.

Sicherer RTV-Rückhalt

In der ersten Hälfte hielt der Goldküstenverein allerdings gut mit und gestaltete das Spiel ausgeglichen. Der RTV konnte sich nie richtig absetzen, lag aber meistens mit einem bis zwei Toren voraus. In der 12. (5:5) und 30. (15:15) Minute konnten die Seeländer aber wieder aufschliessen. «Eine gewisse Startnervosität konnten wir nicht verbergen», bemängelte RTV-Kreisläufer Simon Wittlin.

Dennoch war eine deutliche Leistungssteigerung im Vergleich zur letzten Partie gegen Endingen zu erkennen. Die Mannschaft stand defensiv kompakt und liess einzig Stäfas Sören Nilsen zu oft frei zum Schuss kommen. Aber auch dieser scheiterte ein ums andere Mal am magistralen RTV-Goalie Pascal Stauber.

Nach der Pause schlichen sich auf beiden Seiten einige Unkonzentriertheiten ein, was zur Folge hatte, dass sich das Spiel noch eine Weile auf Messers Schneide befand. Es waren dann die Bebbi, die in der Lage waren noch einmal zuzulegen und in der 47. Minute gelang dem aktiven Mischa Hofstetter das Tor zum 26:22. Mit diesem Tempoforcing waren die Zürcher überfordert und konnten nichts mehr entgegensetzen. Der RTV siegte hochverdient und dies zum Schluss deutlich mit 36:28.

Ein Punkt vor Stäfa

Die Chancen auf ein frühzeitiges Saisonende sind weiter intakt. Marko Vukelic will aber nichts von Euphorie wissen: «Wenn wir nächste Woche nicht gegen Suhr Aarau gewinnen, ist dieser Erfolg nichts wert.» Tatsächlich konnten die Realturner lediglich verhindern, dass Stäfa und das ebenfalls siegreiche GC Amicitia nicht davonziehen können. Die Basler liegen nun einen Punkt vor anstatt drei Punkte hinter Stäfa. «Es war ein wichtiges 4-Punkte-Spiel. Mit diesem Kader gehören wir auch nicht in die Abstiegsrunde», konstatierte Wittlin.

Mit solchen Leistungen mag dies stimmen, doch nach diesen Worten müssen nun weitere Taten folgen. Nächste Woche gegen Suhr Aarau haben die Basler, nach der empfindlichen Niederlage zum Auftakt der Abstiegsrunde noch eine Rechnung zu begleichen.