Der 28-jährige Thiriet trat in Warschau zusätzlich zum Sprint auch in der Langstrecke an. Als Europameister habe er schon in den frühen Ausscheidungsrennen gegen starke Gegner antreten müssen, sagte Thiriet gegenüber der az. Bei der Qualifikation konnte der Basler in 2 Stunden 36 Aufträge erledigen.

Disqualifikation in der Langstrecke

Wohl hätte er es auch in der Langstrecke in den Final geschafft, doch wurde er disqualifiziert, weil er 2 Minuten zu spät ins Ziel gekommen war. Der Basler vermutet dahinter ein Missverständnis: entweder habe er sich die für den Wettberwerb verfügbare Zeit falsch notiert, oder aber bei der Zeitmessung sei etwas falsch gelaufen. Gemäss der Zeitmessung der Veranstalter kam der Basler 2 Minuten zu spät wieder ins Ziel. Den Entscheid hat Thiriet nicht angefochten, doch sei das Ganze wohl «sehr ärgerlich». Ins Final schafften es nur 80 der 400 Teilnehmer.

Im Sprint standen die Vorzeichen eindeutig auf Sieg, da Thiriet in dieser Disziplin letzten Monat bereits Europameister wurde. Hier konnte sich der Basler, der eigentlich Betriebswirtschaft studiert und nebebei als Velokurier arbeitet, für den Final qualifizieren und verlor er erst gegen den späteren Weltmeister aus Ungarn. Dieser sei «einfach schneller und besser» gewesen und daher ein «verdienter Weltmeister», wie der Basler sagt.

Organisatorische Schwierigkeiten

An den Titelkämpfen im nächsten Jahr der Basler wieder antreten, dann aber unter hoffentlich besseren Vorzeichen: Viele Wettkämpfe mussten dieses Jahr verschoben werden wegen Unwetter. Doch für Thiriet waren die Voraussetzungen «ja für alle die gleichen» und daher auch gerecht. Zudem hätte er sich so die Strecke besser anschauen und einprägen können.

In den vergangenen Jahren wurden auch schon Velokurier-Wettkämpfe in Basel ausgetragen, doch bleibt eine WM in Basel wohl ein Traum, denn die Stadt ist laut Thiriet zu klein. Für Wettkämpfe wird jeweils ein Industriegebiet abgesperrt; Ziel sind gleiche Voraussetzungen für alle und keine Vorteile für Ortsansässige. Doch über ein Industriegebiet, das gross genug ist für einen solchen Event und das über mehrere Tage abgesperrt werden kann, verfügt wahrscheinlich keine Schweizer Stadt.