«Schritt auf Tritt»

Der Schrittzähler macht uns gesünder und fitter

Treppensteigen ist Training im Alltag. (Archiv)

Treppensteigen ist Training im Alltag. (Archiv)

Der moderne Mensch bewegt sich zu wenig. Das Programm «Schritt auf Tritt» soll Angestellte aus dem Büro holen und sie zu täglich 10'000 Schritten zu bringen. Denn nur so bleibt man fit und gesund.

Wie viele Schritte laufen sie am Tag? Wenn sie im Büro arbeiten durchschnittlich 4000 - das ist zu wenig und langfristig ungesund.

Um Angestellte aus ihrem Bürosessel zu hieven, läuft seit zwei Wochen das Programm «Schritt auf Tritt 2014 - von Basel nach Karlsruhe» des Sportamts Basel. Wer sechs Wochen lang durchhält und täglich 10'000 Schritte zurücklegt, läuft insgesamt über 225 Kilometer, das entspricht der Strecke Basel-Karlsruhe.

Gezählt werden die Schritte mittels Schrittzähler, auch Radfahren, Schwimmen oder Gartenarbeit können angerechnet werden. Wer sein Tagesziel erreicht, trägt auf der Homepage seine Schritte ein. Die zurückgelegte Strecke wird dann automatisch in eine virtuelle Landkarte übertragen und angezeigt. So gehen die Teilnehmer Schritt für Schritt den Rhein entlang. Dabei passiert man virtuell verschiedene Sehenswürdigkeiten.

Mehr Betrieb im Treppenhaus

Eine Teilnehmerin ist Susanne Straehl von den Basler Versicherungen. Sie macht bereits zum zweiten Mal mit. Straehl ist Pendlerin, fährt am Morgen mit dem Auto zum Zug und läuft die wenigen Meter vom Zugperron ins Büro - sie bewegt sich im Alltag zu wenig.

Die erste Teilnahme am Programm vor zwei Jahren, öffnete ihr die Augen. Seither sind Schwimmen, Fitness und Yoga an der Tagesordnung und die Rolltreppe am Bahnhof tabu. Hat sie am Abend trotzdem zu wenige Schritte gesammelt, sind Gartenarbeit oder ein abendlicher Spaziergang ihre Trumpfkarten.

Bei den Basler Versicherungen trägt seit zwei Wochen ein Grossteil der Belegschaft den Schrittzähler. Das wirke sich auch auf den Arbeitsalltag aus: «Am Mittagstisch ist der Schrittzähler das Gesprächsthema und im Treppenhaus herrscht deutlich mehr Betrieb als sonst», sagt Straehl.

Auch den sozialen Aspekt lobt sie: «Man tauscht sich mit unbekannten Personen im Lift aus, vergleicht die angezeigte Schrittzahl. Das schweisst zusammen.» Sie ist trotz dem Zählen noch ab und zu im Lift anzutreffen - ihr Büro liegt im fünften Stock und sie geht im Anzug zu Arbeit, da ist Pragmatismus angebracht, Schrittzähler hin oder her.

Ein bisschen Tennis reicht nicht

Wer am Abend eine Runde Tennis oder joggen auf dem Trainingsplan hat, kann sich den restlichen Tag nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen. Es erstaunt, aber «auch Sportler haben Mühe, ihr Soll zu erreichen», sagt Oliver Schwarz vom Sportamt Basel. Vor allem Männer trainieren ein paar Mal die Woche intensiv, unter dem Strich sei dies nicht genug, wenn Bewegung im Alltag fehlt.

Beim Programm «Schritt auf Tritt» geht es mehr um Kontinuität als Intensität. Heute einen Effort leisten und morgen erschöpft die Beine hängen lassen, wird nicht goutiert. Jeder Tag beginnt bei null, zusätzliche Meter können nicht auf andere Tage übertragen werden.

Im Gegensatz zu früheren Kampagnen will man Bewegung belohnen, statt mit dem Zeigefinger zu drohen. Das Programm läuft über sechs Wochen, die Zeitspanne sei nötig, um das Bewegungsverhalten langfristig zu ändern. Im besten Fall werden der Abendspaziergang und die Treppe zur Gewohnheit und der Arbeitsweg künftig zu Fuss oder mit dem Fahrrad in Angriff genommen.

Für Kinder zählen die 10'000 Schritte pro Tag übrigens nicht, sie sollten sich noch mehr bewegen. «Kinder haben einen natürlichen Bewegungsdrang, da sollten mindestens eineinhalb Stunden körperliche Aktivität pro Tag drinliegen», sagt Schwarz.

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