FC Basel
Der Schweizer Meister verdiente 2011 knapp 70 Millionen Franken

Nicht nur sportlich, sondern auch bezüglich Finanzen ist der FCB der nationalen Konkurrenz längst enteilt. Bei Rot-Blau sind Budgets möglich, von denen der Rest der Liga nur träumen kann. Und daran wird sich künftig auch nichts ändern.

Georges Küng
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Daumen hoch: Trainer Heiko Vogel hat mit seinem FCB vor allem dank der Champions League gut gewirtschaftet.

Daumen hoch: Trainer Heiko Vogel hat mit seinem FCB vor allem dank der Champions League gut gewirtschaftet.

Keystone

Wenn jemand die finanzielle Entwicklung der FC Basel 1893 AG erklären kann, dann Mathieu S. Jaus. Denn im Mai 1998 wurde der Diplomierte Wirtschaftsprüfer, Steuer- und Treuhandexperte in den Vorstand des FCB gewählt.

Vor 14 Jahren spielte der Basler Stadtklub im Ausweichstadion Schützenmatte, wo sonst der BSC Old Boys zuhause ist. Das Budget betrug damals schon stolze neun Millionen Franken. «Und es war ein Kraftakt, die Periode vom Abriss des alten Joggeli zum modernen St. Jakob-Park zu überstehen», erinnert sich Jaus zurück. Es war übrigens auch der Moment, wo eine gewisse Gigi Oeri für den Verein gewonnen wurde...

Gut verdient in der Champions League

Wenn der gebürtige Solothurner mit Wohnsitz in Therwil in wenigen Monaten die Jahresbilanz anlässlich der ordentlichen Generalversammlung vorlegen wird, dürfte die nationale Konkurrenz vor Neid erblassen. Denn Rot-Blau wird gut 68,5 Millionen Franken Umsatz bekannt geben. Der Finanzchef kann mit gutem Gewissen auf die immensen Aufwendungen - in Form von Lohnkosten und Prämien - hinweisen.

Denn der alte und designierte Schweizer Meister hat für das Erreichen des Achtelfinales in der UEFA Champions League eine Antrittsgage von drei Millionen Franken erhalten. Und das Heimspiel gegen den FC Bayern München brachte nicht nur einen 1:0-Triumph, sondern hinterliess in den Kassen von Rot-Blau auch weitere 3,5 Millionen Franken. Oder anders gesagt: FCB gegen FCB generierte so viele Mittel wie der Aufsteiger FC Lausanne-Sport als Saisonbudget, für den Gesamtverein, aufweist.

Grosszügige Siegesprämien

Dennoch legen die Klubverantwortlichen Wert darauf, dass «der FC Basel von einem Basis-Budget von 30 Millionen Franken ausgeht», so Klubpräsident Bernhard Heusler und Jaus unisono. Diese Zahl wird aber in den letzten Jahren förmlich pulverisiert, weil 30 Millionen vonnöten wären, wenn der Ligakrösus eine titel- und europalose Spielzeit erleben würde. Und dies ist seit 14 Jahren nicht mehr vorgekommen.

Es ist ein offenes Geheimnis, dass der FCB die höchsten Gehälter zahlt. «Aber wir budgetieren vernünftig und mit Weitblick, sind flexibel und die Spieler haben leistungsbezogene Verträge. Selbst zwei weniger erfolgreiche Spielzeiten würden uns nicht in Schräglage bringen», hält Mathieu S. Jaus mit Nachdruck fest. Auch die nationalen Zuzüger nehmen in Kauf, ein «tiefes» Grundgehalt, dafür grosszügige Sieges-, Rang- und Titelprämien zu haben.

Und selbst wenn der Konkurrenzkampf immens ist - am 25. jeden Monates kommt pünktlich das Gehalt. David Ángel Abraham könnte da andere Geschichten von Landsleuten erzählen, welche in europäischen Grossligen spielen. Und auf den versprochenen Lohn, oft monatelang, warten müssen. «So etwas gibt es in Basel nicht», so der Argentinier. Just aus diesem Grunde überlegt sich Abraham sehr genau, ob er im Sommer 2012 wirklich nach England, Italien oder Spanien gehen soll.