Sonntagsverkauf
Der silberne Sonntag lockt Scharen in die Stadt

Gestern gingen viele Leute in die Innerstadt zum Einkaufen – und etwas weniger ins Kleinbasel. Wie locker das Portemonnaie in der Tasche sass, kann nocht nicht abgeschätzt werden. Der Detailhandel wartet nun gespannt auf den «goldenen Sonntag».

Rolf Zenklusen
Merken
Drucken
Teilen
In der Freien Strasse wälzte sich gestern ein dichter Strom von Besucherinnen und Besuchern an den Ladengeschäften vorbei – und hinein. Fotos: Martin Töngi

In der Freien Strasse wälzte sich gestern ein dichter Strom von Besucherinnen und Besuchern an den Ladengeschäften vorbei – und hinein. Fotos: Martin Töngi

Gestern, am ersten Sonntagsverkauf vor Weihnachten, haben viele Menschen die Innenstadt von Basel gestürmt. Vor allem in der Freien Strasse bildete sich ein Strom von Leuten, die gemütlich durch die Stadt flanierten. Ob und wie viel gekauft wurde, bleibe abzuwarten, erklärte Pro-Innerstadt-Präsident Urs Welten der Basellandschaftlichen Zeitung. Im Vergleich zu anderen Jahren habe sich der Aufmarsch am so genannten «silbernen Sonntag» «in einem normalen Rahmen» bewegt, meinte Welten gestern. «Zu sagen, den Leuten sitze das Portemonnaie locker in der Tasche, wäre wohl übertrieben.» Die Konsumenten würden bewusster einkaufen, und das sei auch gut so.

Guter Start in den Dezember

«Die Zeichen stehen gut im Detailhandel», sagte Urs Welten. Der Start in den Dezember, in dem die meisten Geschäfte 15 bis 20 Prozent ihres Jahresumsatzes erzielen, sei geglückt. Und die Hälfte des Monats stehe ja erst noch bevor. Welten hofft auf den nächsten, den «goldenen Sonntag», an dem sich traditionell am meisten Leute aufmachen, um ihre Weihnachtseinkäufe zu tätigen.

Im Stücki Shopping wurden am Samstag 20000 Besucher gezählt. «Am Sonntag waren es in fünf Stunden rund 15000», zog Stücki-Manager Jan Tanner gestern Abend Bilanz. Angesichts des guten Wetters liessen sich diese Zahlen durchaus sehen. Die Investition in die Dekoration des Shoppingcenters habe sich gelohnt: «Unseren Besucherinnen und Besuchern gefällt es in diesem schönen Ambiente.» Gemäss Tanner ist das Stücki Shopping auf dem richtigen Weg: «Unsere Zahlen liegen über dem Vorjahr.»

«Mitternachtsshopping» bis 20 Uhr

Bleibt die Frage, ob der schwache Euro auf die Umsätze im Einkaufszentrum drückt. Das sei eine Herausforderung, sagt Tanner. «Unsere Mieter versuchen, Preise auf dem Niveau des Euro auch in der Schweiz anzubieten.» Was sagt Tanner zum Angebot eines Mitternachts-Shoppings, das am Samstagabend im Rhein Center über die Bühne ging (siehe unten)? «Das ist ein Kompliment für uns und zeigt, dass der Markt auf das Stücki reagiert.»

Auf die Idee eines «Late-Night-Shopping» sei man auch gekommen. Das Gesetz über die Ladenöffnungszeiten in Basel-Stadt erlaube es jedoch nicht, länger als bis 20 Uhr offen zu haben. Auch Ausnahmebewilligungen seien nicht möglich. «Wir hoffen, dass die Ladenöffnungszeiten etwas liberalisiert werden.»

Roland Vögtli, Vizepräsident der IG Kleinbasel, hat gestern relativ wenig Leute im Kleinbasel gesichtet. «Die Stimmung ist gut, die Leute sind fröhlich, aber mit dem Einkaufen warten sie noch», sagt Vögtli. Angebote wie das Mitternachtsshopping im Rhein Center sind für ihn «ein Gag, mehr nicht». An einem Abend gingen die Leute nicht mehr hinaus zum Einkaufen, sondern würden lieber gemütlich zu Hause sitzen.