Die Gratiszeitung «Spatz» wollte hoch hinaus. Der Jungverleger Dominique Hiltbrunner blähte die Auflage und den Inhalt. Er engagierte teure Kolumnisten wie Kurt W. Zimmermann und liess sich von René Lüchinger, ab kommendem Jahr neuer «Blick»-Chefredaktor, klug klingende Editorials schreiben.

Im Juni erfolgte der Absturz. Die Rechnungen konnten nicht mehr bezahlt werden. Die Zeitung wurde eingestellt. Ein Blick in die Bilanzen, den die «Schweiz am Sonntag» machen konnte, zeigte schon zuvor eine Überschuldung. Doch Hiltbrunner konnte den Konkurs der Publitex AG, so die Gesellschaft, die den «Spatz» verlegte, hinauszögern. Am vergangenen Montag war damit jedoch Schluss. Der Basler Konkursrichter hat per 9. Dezember, 15.16 Uhr, auf Betreiben der Basler Versicherung den Konkurs eröffnet. Ab diesem Zeitpunkt war es Hiltbrunner untersagt, Vermögensstücke der Firma zu transferieren.

Hiltbrunner hatte versucht, sich der Schlinge zu entziehen, indem er die Publitex noch am Freitag zuvor zu einem Treuhandbüro nach Nyon verlegte und in S. B. Grauholz SA umbenannte. Der Sprach- und Namenswechsel wird dem zweisprachigen Hiltbrunner im Abwehrkampf gegen seine Gläubiger aber wenig nutzen. Dies jedenfalls sagt Gerhard Kuhn, Leiter des Konkurs- und Betreibungsamts Basel-Stadt. Denn das Verfahren sei schon weit vorangeschritten.

In seinen kurzen besten Zeiten mischte Hiltbrunner bei der Westschweizer Wirtschaftszeitung «L’Agefi» mit, führte in Zürich einige kleinere Unternehmensmagazine und übernahm von der Tamedia 2012 die renommierte «Automobil Revue» und Anteile am «Schweizer Bauer». Die letzte Übernahme kam allerdings nicht mehr zustande und seither zerfällt sein Reich.

Im November verlor er zuletzt auch wieder das Sagen bei der «Automobil Revue», deren finanzielle Reserven zuvor zur Publitex geflossen waren. Auch auf mehrere Anfragen war Dominique Hiltbrunner nicht zu erreichen.