Beim EM-Qualifikationsspiel der Schweizer Nationalmannschaft gegen Bulgarien fanden nur 16880 Zuschauer den Weg in den St. Jakob-Park. Zum Vergleich: Am Sonntag dem 28. August kamen 29344 Zuschauer ans Heimspiel des FC Basel gegen den FC Thun. Da drängt sich die Frage auf, ob Basel der richtige Ort ist, für künftige Länderspiele gegen vermeintlich kleinere Gegner.

Beim Schweizer Fussballverband (SFV) will man den Ball flach halten: «Wir hätten uns zwar mehr Zuschauer erhofft, jedoch darf man in der Schweiz bei knapp 17000 Anwesenden nicht unzufrieden sein», sagt Marco von Ah, Medienchef des A-Nationalteams. Das Thema rund um die Zuschauerzahl sei von den Medien dabei auch aufgepusht worden. «Es wurde mehr über die Fans geschrieben, die nicht ins Stadion kamen, als über jene, die unsere Nati toll unterstützt haben», nervt sich von Ah.

Ähnlich klingt es beim Stadionmanagement Basel United AG: «Jeder wünscht sich ein ausverkauftes Stadion. Die Stimmung war trotzdem toll», meint Andrea Roth, Mediensprecherin von Basel United.

Vor allem der Vorverkauf für das Spiel gegen Bulgarien sei schlecht verlaufen. Dass dann der Abendverkauf umso besser lief, führte auch beim SFV für Verwirrung (siehe Box). «Die Abendkasse war erfolgreich, dies zeigt, dass auch eine gewisse Spontanität vorhanden ist», meint von Ah.

Klubfussball als Konkurrenz

Mögliche Gründe, wieso lediglich 17000 zum Spiel kamen, sieht der Medienchef beim Klubfussball. Die Nationalmannschaft könne unter dem internationalen Erfolg vom FC Basel und dem FC Zürich etwas gelitten haben. «Der FC Basel kann bald Grössen wie Manchester United im St. Jakob-Park begrüssen, viele können da nicht an die Spiele des FCB und der Nati gehen», begründet von Ah.

Ausserdem komme es bei einem Spiel der Nationalmannschaft nicht nur auf den Namen der Gegner an, sondern auch um die Affiche des Spiels. So sei der Vorverkauf für das mögliche Endspiel gegen Montenegro, welches ebenfalls in Basel über die Bühne gehen wird, schon wesentlich besser als beim Spiel gegen Bulgarien. «Das mögliche Barrage-Spiel wird höchstwahrscheinlich ebenfalls in Basel stattfinden», fügt von Ah an.

WM-Quali in Luzern?

Basel bleibt also der Ort für die grossen Spiele. Doch im Hinblick auf die Qualifikations-Spiele zur WM 2014, wo kleinere Gegner wie Island, Zypern oder Albanien auf die Schweizer Nationalmannschaft warten, werde man auch mit anderen Stadien planen. «Wir profitieren davon, dass es jetzt mehr moderne Stadien in der Schweiz gibt», freut sich Marco von Ah. Luzern, St. Gallen oder auch Genf kämen für diese Spiele in Frage.