Basel

Der Streit um des Museumsdirektors Abgang

Wurde freigestellt: Marc Fehlmann.

Wurde freigestellt: Marc Fehlmann.

Elisabeth Ackermann glaubte, mit Marc Fehlmann eine Einigung zu haben – bis sie diese selbst torpedierte.

Es wäre eine erfreuliche Überraschung gewesen, hätte das von Elisabeth Ackermann geführte Basler Präsidialdepartement in unspektakulärer Professionalität vollzogen, was in der Arbeitswelt immer wieder vorkommt: das vorzeitige Ausscheiden eines Kadermitglieds, hier von Marc Fehlmann, dem Direktor des Historischen Museums Basel. Man habe es trotz schwieriger Vorgeschichte miteinander versucht, es ist nicht gegangen, die Trennung ist die Folge. Ende der Durchsage.

Die Vorgesetzte, Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann, erweckte in ihrer Kommunikation am Donnerstag den Anschein dieser Professionalität. Sie sagte: «Über die Modalitäten der Beendigung des Arbeitsverhältnisses haben sich die Parteien bereits einvernehmlich geeinigt.» Was sie nicht explizit ausführte: Die mit der Trennung per sofort verfügte Freistellung und Amtsenthebung war mit Fehlmann nicht einvernehmlich abgesprochen. Entsprechend wird diese nun Streitpunkt eines arbeitsrechtlichen Verfahrens. Dies bestätigt Fehlmanns Anwalt Philippe Nordmann gegenüber dieser Zeitung. Auf Nachfrage räumt Ackermann ein: «Der Entscheid, Herrn Fehlmann per Donnerstag von der Arbeit freizustellen, ist einseitig von mir erfolgt.» Etwas anderes habe sie allerdings nie gesagt und so stehe es auch in der Medienmitteilung.

Wie eine einvernehmliche Auflösung eines Arbeitsverhältnisses ausgehandelt werden kann, ohne dass darin festgehalten ist, wie der Arbeitnehmer bis zu seinem Ausscheiden weiterwirkt, erschliesst sich nicht automatisch. Eine klärende Antwort ist vom Präsidialdepartement allerdings nicht erhältlich: «Wir bitten um Verständnis, dass wir aus personalrechtlichen Gründen die Informationen nicht zusätzlich präzisieren können. Auch Nordmann wird auf Anfrage nicht ausführlicher: «Über die Existenz und den Inhalt der Vereinbarung können wir nichts sagen.»

Aus der einvernehmlichen Trennung wird damit eine Kampfscheidung. Diese passt allerdings auch besser zum bisherigen intrigenreichen Verhältnis zwischen dem seit Juli 2017 amtierenden Museumsdirektor und dem Präsidialdepartement.

Verwandtes Thema:

Autor

Christian Mensch

Meistgesehen

Artboard 1