Zukunft
Der stumme Abschied von Thomas Kessler

An einem Stadtentwicklungsanlass hoffte das Publikum vergeblich auf persönliche Worte des Chefs.

Martina Rutschmann
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Ein gefragter Mann: Der geschasste Stadtentwickler Thomas Kessler.

Ein gefragter Mann: Der geschasste Stadtentwickler Thomas Kessler.

Martina Rutschmann

«Chancen für Basel» hiess die Veranstaltung, zu der die Stadtentwicklung lud. Geladen waren Dutzende Partner, die irgendwie mit dem Thema zu tun haben. Sie kamen zahlreich ins Museum Kleines Klingental, obwohl es nichts Neues zu hören gab. Wird der Zampano etwas zu seinem Rauswurf sagen? Mit Guy Morin abrechnen, der den Entscheid zu verantworten hat?

Nichts dergleichen. Thomas Kessler machte klar, dass er nicht persönlich werde: «Es geht hier nicht um mich.» Im postfaktischen Zeitalter seien informelle Zusammentreffen aller Player wichtiger denn je, schliesslich lasse sich nur im Dialog klären, was stimme und was nicht. Abschied nehmen von ihm als Person könne jeder, der wolle, am 7. Februar (seinem letzten Arbeitstag) um 18 Uhr in der Elisabethenkirche. Nach dieser Einladung ging er weit zurück in der Geschichte.

Kessler streifte Wettstein und Nietzsche und kritisierte, dass 1949 ein Grossteil der Basler Altstadt abgerissen wurde. Aus heutiger Sicht sei das «absurd». Die meisten im Saal werden wohl gewusst haben, dass da mal mehr Altstadt war, doch wenn der Stadtentwickler ausholt, ist es immer spannend. Showman, Macher, Visionär. Und manchmal Mahner: «Der Esprit ist entscheidend! Die hohe Lebensqualität in Basel darf nicht zur Lethargie führen.» Basel müsse den steigenden Konkurrenzdruck aus der ganzen Welt ernst nehmen und seine «Fitness» in Sachen Bildung erhöhen.

Erst im Zwiegespräch wurde Kessler persönlich: «Es geht mir sehr gut.» Er habe viele tolle Angebote erhalten.

Thomas Kessler muss seinen Posten nach acht Jahren verlassen. Über den Grund schweigen beide Parteien.