Stadtteilrichtplan
Der Teufel steckt im Detail – umstrittene Massnahmen zur Aufwertung des Gundeli-Quartiers

Das gemeinsame Ziel ist die Aufwertung des Gundeli-Quartiers. Die Massnahmen dazu aber sind umstritten.

Daniel Ballmer
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Das Gundeli-Quartier soll deutlich aufgewertet werden.

Das Gundeli-Quartier soll deutlich aufgewertet werden.

Nicole Nars-Zimmer (niz)

Das Basler Gundeli-Quartier hat grosses Potenzial. Soweit sind sich alle Beteiligten einig. Verschiedene Grossprojekte auf dem Dreispitz-Areal, am Walkeweg oder das geplante Nauentor als Ersatz für den Bahnhofs-Post-Klotz über den Geleisen lassen in den nächsten 15 bis 20 Jahren auf grossen Mehrwert für die Bevölkerung hoffen.

Gleichzeitig sind neue Fussgänger- und Velobrücken geplant, die das Quartier besser an die Innenstadt anbinden sollen. Auch möchte die Regierung neue Grün- und Freiräume schaffen. Ende Februar hat sie ihre Pläne in die öffentliche Vernehmlassung gegeben. Nun ist die Frist zur Stellungnahme abgelaufen.

Meinungen gehen weit auseinander

So weit, so gut. Geht es aber um die einzelnen Bereiche, dann gehen die Meinungen der verschiedenen politischen Lager sehr weit auseinander. Am härtesten gehen die Grünen mit dem Stadtteilrichtplan ins Gericht. Für sie sind die Pläne «zu unverbindlich und zaghaft». Der Entwurf müsse grüner und autofreier werden.

Zudem: «Die Idee der weiteren Belebung wird toter Buchstabe bleiben, solange auf dem Güterstrasse-Boulevard der Verkehrsdruck derart hoch ist.» Verschiedene Strassenabschnitte oder etwa der Tellplatz müssten autofrei werden. Ähnlich sieht das die GLP, die «Asphaltwüsten» konsequent begrünen lassen will. Gleichzeitig müssten der Durchgangsverkehr dringend verringert und öffentliche Sitz- und Tischangebote geschaffen werden, um die Aufenthaltsqualität zu erhöhen.

Die Basta wiederum erkennt Widersprüche in den Plänen der Regierung. So soll einerseits zusätzlicher Wohnraum entstehen, andererseits weiterer Freiraum. Vor allem aber pocht die Linkspartei auf günstigen Wohnraum, wie er im Quartierplan zwar erwähnt werde. Im Planungsbericht Walkeweg dagegen sei zu lesen, dass die Überbauung von Immobilien Basel-Stadt marktwirtschaftlich und gewinnbringend betrieben werden solle. Das aber widerspreche den Wohn-Initiativen.

Kampf für Automobilisten

Auf bürgerlicher Seite steht wie so oft der Strassenverkehr im Fokus. Für den Gewerbeverband etwa sind die Massnahmen einseitig gegen die Automobilisten gerichtet. Er kritisiert einmal mehr, dass Durchgangstrassen «verkehrsberuhigt» und Parkplätze auf Allmend abgebaut werden sollen. «Dabei gehört das Gundeli schon heute zu jenen Stadtteilen mit der höchsten Parkraumauslastung», wehrt sich der Verband gegen solche Massnahmen.

Für die CVP ihrerseits wird aus dem Stadtteilrichtplan nicht klar, wie Fuss- und Veloverbindungen zwischen Passerelle und Peter-Merian-Brücke nun tatsächlich geplant sind. Die FDP unterstützt zwar Bestrebungen, durch neue Quartierparkings den Suchverkehr zu reduzieren. Deshalb dürften aber nicht gleich viele oberirdische Parkplätze abgebaut werden. Ohnehin habe sich die Quartierbevölkerung schon kritisch zum Verkehrskonzept geäussert, etwa zur Linienführung des 36er-Busses. Das Mitspracherecht der Bevölkerung sei in diesen Punkten zu verbessern.

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